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Doch terroristischer Hintergrund?: Offenbar IS-Fahne im Spind des Hamburger Messer-Angreifers gefunden

Am Freitag riss Ahmad A. in einem Hamburger Supermarkt ein Messer aus der Verpackung und stach wahllos um sich. Es häufen sich die Hinweise darauf, dass der Angreifer ein terroristisches Motiv hatte.

Einsatzkräfte der Polizei sperren nach einer Messerattacke in einem Supermarkt in Hamburg den Tatort ab

Einsatzkräfte der Polizei sperren nach einer Messerattacke in einem Supermarkt in Hamburg den Tatort ab

Der 26-jährige Ahmad A., der am vergangenen Freitag in einem Hamburger Supermarkt einen Menschen erstochen und sieben weitere verletzt haben soll, soll mit der Terrormiliz IS sympathisiert haben. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Demnach sei im Spind seines Zimmers in einer Flüchtlingsunterkunft eine kleine IS-Fahne gefunden worden. Der Wimpel soll dem Bericht zufolge an der Innenseite der Spindtür geklebt haben.  

Damit deutet ein weiteres Detail darauf hin, dass die Messerattacke einen terroristischen Hintergrund hatte. Im Polizeiverhöhr hat sich Ahmad A. zudem selbst als Terrorist bezeichnet. Die Bundesanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass er kein offizielles IS-Mitglied war, sondern sich selbst radikalisiert haben könnte. 

Propaganda im Netz

Die Terrororganisation betreibt im Internet massive Propaganda und versucht so genannte "einsame Wölfe" zu rekrutieren: Die Anhänger werden aufgefordert, auf eigene Faust "Ungläubige" zu töten - egal wie, wo und wann. 

Die Strategie, die hinter dieser Methode steht, ist einfach: die Verbreitung von Angst und Nervosität in der Bevölkerung. Die Botschaft: Jeder kann jederzeit und überall Opfer einer hinterhältigen Attacke werden. 

Auch Ahmad A. könnte also solch ein "einsamer Soldat" des IS sein. Den Landesbehörden war er als Islamist bekannt, wurde aber nicht als unmittelbar gefährlich eingestuft.

Ahmad A. hätte nach Norwegen abgeschoben werden müssen

Der in den Vereinigten Arabischen Emiraten geborene Palästinenser reiste 2015 als Flüchtling nach Deutschland ein. Sein Asylantrag wird jedoch abgelehnt. Der Grund: 2009 hatte er bereits in Norwegen Asyl beantragt. Gemäß dem Dublin-Abkommen muss ein Flüchtling in dem Land Asyl beantragen, das er zuerst betreten hat. Ahmad A. hätte also noch 2015 nach Norwegen zurückgeschickt werden müssen.

Doch nach Informationen des Magazins "Der Spiegel" hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Frist für ein Rücknahme-Ersuchen um einen Tag verpasst.  Norwegen verweigerte daraufhin die Kooperation.

ivi