Mexiko 19 Tote bei Bandenkrieg in Gefängnis


Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Gefangenen sind in einer Haftanstalt in Mexiko 19 Menschen getötet worden. Mindestens 20 Häftlinge wurden bei den Unruhen in der Haftanstalt in Gómez Palacio in Mexiko verletzt.

Der Direktor für Staatssicherheit, Jorge Torres, wies in der Nacht zum Samstag Berichte zurück, wonach es in der Vollzugsanstalt im nördlichen Bundesstaat Durango einen Gefangenenaufstand gegeben habe. Bei den Auseinandersetzungen seien vielmehr verfeindete Gruppen von Häftlingen aufeinander losgegangen. Angehörige der Streitkräfte und der Bundespolizei seien eingeschritten, um die Gewalttätigkeiten zu beenden.

Die Gefangenen in der Haftanstalt hätten auch mit Schusswaffen gekämpft, teilten die Behörden mit. Zahlreiche Leichen wiesen Schusswunden auf. Wie die Waffen ins das Gefängnis kamen, war zunächst nicht bekannt. Die Häftlinge in dort sitzen vor allem wegen kleinerer oder mittelschwerer Verbrechen ein.

Das Gefängnis gilt schon seit längerem als ein Unruheherd. Seit Jahresbeginn waren dort bereits 15 Gefangene bei Streitigkeiten getötet worden. Dreimal war der Direktor abgelöst worden. Der Hintergrund der Auseinandersetzungen könnte ein Bandenkrieg zwischen Rauschgift-Gangs sein, die sich die Kontrolle über die Haftanstalt streitig machen.

In Durango ist die Drogenkriminalität in den vergangenen Monaten massiv angestiegen. Zudem kam es häufiger zu Kämpfen zwischen zwei konkurrierenden Drogenkartellen. Ob die Unruhen in dem Gefängnis damit zu tun hatten, war aber unklar. Mexiko erlebt seit rund drei Jahren einen regelrechten Drogenkrieg, in dem bislang rund 13.000 Menschen ums Leben kamen. Allein in diesem Jahr wurden bei Machtkämpfen zwischen Drogenbanden sowie Einsätzen der Polizei und des Militärs 4000 Menschen getötet.

DPA/Reuters DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker