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Flugzeugabsturz in der Ostukraine: Hat ein Privatdetektiv das Rätsel um MH17 gelöst?

Er gilt als der Mann, der angeblich Beweise zum Abschuss der Passagiermaschine MH-17 liefern kann: Privatermittler Josef Resch beendet seine Recherche. Seine Auftraggeber seien "zufrieden", sagt er.

Von Jens Brambusch

Warum stürzte Flug MH17 am 17. Juli 2014 über der Ostukraine ab? Ein anonymer Auftraggeber mit viel Geld beauftragte den Privatdetektiv Josef Resch.

Warum stürzte Flug MH17 am 17. Juli 2014 über der Ostukraine ab? Ein anonymer Auftraggeber mit viel Geld beauftragte den Privatdetektiv Josef Resch.

Die Ermittlungen des Privatdetektivs Josef Resch zum  Abschuss der Passagiermaschine MH 17 über der Ostukraine sind abgeschlossen. "Unsere Auftraggeber haben die Informationen bekommen, die sie erhalten wollten", sagte Resch gegenüber der Online-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "Capital". Wie capital.de berichtet, geht Resch davon aus, dass schon bald die Ergebnisse bekannt gegeben würden. Der Privatermittler habe einen Informanten mit den Schweizer Mittelsmännern seines anonymen Auftraggebers in Verbindung gebracht. "Die Parteien sind sich handelseinig", sagt Resch. Er selbst dürfe sich zu den Details nicht äußern. Er habe vertraglich Stillschweigen zugesichert. Der Informant kann nun mit einer Belohnung in Höhe von 17 Millionen Dollar rechnen.

Der Lübecker Privatermittler Josef Resch war im September 2014 über einen Schweizer Mittelsmann beauftragt worden, 30 Millionen Dollar Belohnung für Hinweise zum Abschuss der malaysischen Maschine MH17 über der Ukraine auszusetzen. Mehr, als die US-Behörden damals auf den Kopf von Osama bin Laden ausgesetzt hatten. Resch ist bekannt für seine unorthodoxen Ermittlungsmethoden, er agiert in einem juristischen Graubereich. Er arbeitet mit hohen Belohnungen, setzt auf die Gier von Mitwissern. Auch den damals flüchtigen Börsenspekulanten Florian Homm hatte er auf diese Art nach über fünf Jahren im Versteck an die Öffentlichkeit getrieben.

Auftraggeber bleiben im Dunkeln 

Im Falle von MH17 weiß Resch noch immer nicht, wer seine Auftraggeber waren, was sie mit den gekauften Informationen vorhaben. Er kennt nicht deren Absicht. Sind seine Auftraggeber politisch motiviert? Oder wirtschaftlich? Will jemand nur Klarheit darüber, warum bei der Flugzeugkatastrophe über der Ostukraine vor knapp einem Jahr so viele Menschen sterben mussten?

Alle 298 Insassen des Flugs MH17 von Amsterdam nach Kuala Lumpur kamen bei dem mutmaßlichen Abschuss der Maschine am  17. Juli 2014 um Leben. Reschs anonyme Auftraggeber wollten wissen, was genau an diesem Sommertag geschah und wer die Verantwortung trägt. Denn noch immer hat das offizielle internationale Ermittlerteam unter Führung der Niederlande keine Beweise vorlegen können.

Es gibt nur Theorien. Die gängigste und plausibelste ist, dass die Maschine auf ihrem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mit einer russischen Boden-Luft-Rakete, einer Buk, vom Himmel geholt wurde. Ob russische Armeeangehörige oder prorussische Separatisten sie abgefeuert haben, bleibt unklar. Videos und Bilder, die im Netz kursieren, sollen belegen, wie das Buk-System von Russland in die Ostukraine gebracht und dort, an jenem Donnerstag gegen 13.20 Uhr abgefeuert wurde.

Weil bis heute, knapp ein Jahr nach der Katastrophe, von offizieller Seite immer noch nicht endgültig geklärt ist, wie und vor allem wer die Maschine abschoss, hatte Resch bereits im November 2014 eine zweite Belohnung in Höhe von 17 Millionen Euro im Namen seiner Auftraggeber ausgelobt - für Belege, die beweisen können, dass staatliche Organe die Aufklärung behindern oder vertuschen. Resch hatte damals gesagt: "Wir suchen einen zweiten Edward Snowden".

Den glaubt Resch nun gefunden zu haben. Im Mai hätte es mehrere Treffen gegeben. Bei dem letzten Treffen sei auch der Schweizer Mittelsmann anwesend gewesen. "Meine Auftraggeber sind zufrieden", sagt Resch. "Ich bin damit raus aus der Nummer. Ich wurde ausbezahlt."

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