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US-Bundesstaat Florida 29-Jähriger kauft mit Corona-Hilfen Lamborghini und Schmuck – sechs Jahre Haft

Traum vieler Autofans: ein Lamborghini Huracan (Archivbild)
Traum vieler Autofans: ein Lamborghini Huracan (Archivbild). Ein Mann in Miami hatte ihn sich erfüllt – und wandert dafür in den Knast
© Roman Sigaev / Picture Alliance
Erwischt wurde er nur durch einen Zufall: Ein Mann in Miami hat fast vier Millionen Dollar aus einem Corona-Hilfsprogramm ergaunert – und sich davon einfach mal was Schönes gegönnt.

In den USA ist ein Mann zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er etwa 3,9 Millionen Dollar (rund 3,2 Millionen Euro) an Corona-Darlehen ergaunert und einen Teil davon verprasst hat. Der 29-Jährige David Tyler H. aus dem Bundesstaat Florida habe gleich mehrere falsche Anträge eingereicht und darüber hinaus auch anderen Menschen beim Betrug geholfen, teilte das US-Justizministerium mit.

Zufall führt Ermittler auf Spur des Betrügers

Von den erhaltenen Hilfen kaufte der Mann sich unter anderem einen 2020er Lamborghini Huracan für rund 318.000 Dollar. Außerdem gab er Geld für Dating-Websites, Schmuck und Aufenthalte in einem lokalen Resort aus. Zwei Zahlungen in Höhe von insgesamt 30.000 Dollar wurden der Strafanzeige zufolge als an "Mama" gehend dokumentiert.

Die Darlehen im Rahmen eines Hilfsprogramms (Paycheck Protection Program) waren eigentlich für von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen vorgesehen. H. habe fälschlicherweise angegeben, Dutzende Angestellte zu haben, denen er die Gehälter fortzahlen müsse. Ursprünglich hatte er 13,5 Millionen Dollar an Unterstützung beantragt, die Bundesbehörden hatten aber nur 3,9 Millionen genehmigt.

Der Lamborghini-Kauf des 29-Jährigen war von den Ermittlern entdeckt worden, nachdem H. im vergangenen Juli mit dem Fahrzeug in einen Unfall mit Fahrerflucht verwickelt worden war. Den Luxussportwagen und 3,4 Millionen Dollar haben die Behörden beschlagnahmt.

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Hunderte Verstöße

Betrügereien im Zuge des Paycheck Protection Programs sind nichts Neues. In Südkalifornien wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft am Freitag ein Mann festgenommen, nachdem er mutmaßlich rund fünf Millionen Dollar an PPP-Darlehen erhalten und einen Teil des Geldes für Sportwagen der Marken Ferrari, Bentley und Lamborghini ausgegeben hatte.

Das US-Justizministerium teilte im März mit, dass es Hunderte von Personen wegen Verstößen im Zusammenhang mit den PPP-Geldern und anderen Hilfsprogramme strafrechtlich belangt habe. Ein von den Demokraten des Repräsentantenhauses im selben Monat veröffentlichtes Memo, das sich auf das Justizministerium beruft, listet 173 Strafverfahren mit 242 Angeklagten wegen solcher Verstöße auf. Die PPP-Anklagen beliefen sich auf 446,8 Millionen Dollar an Verlusten.

Quellen: "Huffington Post", DPA

mad

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