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Michael Kuhr will Namen und Adresse Personenschützer setzt "Kopfgeld" auf U-Bahn-Treter aus

Attacke in Berliner U-Bahn: Polizei fahndet mit diesem Video nach Gewalttätern
Bilder aus der Überwachungskamera, mit der die Polizei nach den Tätern sucht
© Polizei
Michael Kuhr ist Kickboxer, Türsteher, Sicherheitsmann. Über den Vorfall in einer Berliner U-Bahn, wo eine Frau Opfer einer sinnlosen Attacke wurde, ist er so erbost, dass er demjenigen eine Belohnung verspricht, der Namen und Adresse des Täters herausfindet.

Nach der brutalen Attacke auf eine Frau in einem U-Bahnhof in Berlin hat sich ein bekannter Sicherheitsmann zu Wort gemeldet. Der Kickboxer und Bodyguard Michael Kuhr hat auf Facebook 2000 Euro Kopfgeld ausgesetzt: So will er den Namen und die Adresse des Täters ausfindig machen.

"Da kommt mir beim Frühstück die Galle hoch, wenn ich das lese! Ich bezahle ein 'Kopfgeld' von 2000 Euro,- € für den Namen und die Adresse von diesem Bastard!" Er schreibt den Begriff Kopfgeld in Anführungszeichen und meint freilich eigentlich Belohnung, wie er nach Kritik schnell in einem zweiten Posting erläutert. Denn schnell wurde der Vorwurf laut, Kuhr praktiziere Selbstjustiz - beziehungsweise rufe dazu auf.

Belohnung statt Kopfgeld

"Ich habe nie etwas über Selbstjustiz geschrieben" schreibt Kuhr daraufhin auf Facebook. Er wolle bloß die Polizei bei der Aufklärung der brutalen Attacke unterstützen. "Und der schnellste Weg, eine Botschaft loszuwerden ist nun einmal die Öffentlichkeit." Den Begriff Kopfgeld habe er bloß gewählt, weil er "dieses Beamten-Deutsche-Wort" Belohnung nicht möge.

Nach eigenen Angaben war Kuhr mit seiner Firma bereits als Personenschützer für die US-Schauspielerin Angelina Jolie und deren Schauspieler-Kollegen Leonardo DiCaprio tätig. Er fordert die Nutzer auf, Hinweise entweder an die Polizei oder per Mail an sein Unternehmen zu richten. Trotz der guten Absicht: Alle Informationen sollten Zeugen oder Mitwissende grundsätzlich zuerst an die Polizei weitergeben.

Zum Haupttäter gibt es derzeit noch keinen entscheidenden Hinweis. Seit Donnerstag fahndet die Polizei öffentlich nach den Männern, die das Opfer angegriffen beziehungsweise nicht geholfen haben.

Unternehmer verspricht Opfer 5000 Euro

Ein Unternehmer hat unterdessen ebenfalls Geld versprochen: Gegenüber der "Berliner Zeitung" (BZ) sagte er, er werde dem Opfer 5000 Euro spenden, "damit es Urlaub machen und sich von den Schmerzen erholen kann." Der Mann will anonym bleiben. Auch er verspricht Geld für Hinweise auf den Haupttäter: Wer "den entscheidenden Hinweis" gibt, soll ebenfalls 5000 Euro erhalten.

Derweil verhört die Polizei in Berlin einen Mann, der als Begleiter des Haupttäters identifiziert wurde.

jen

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