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Michel Fourniret: Höchststrafe für den "Jungfrauenmörder"

Der als "Jungfrauenmörder" bekannt gewordene Franzose Michel Fourniret ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Seine Frau Monique Olivier erhielt ebenfalls die Höchststrafe. Sie hatte ihm bei der Entführung von fünf seiner sieben Opfer geholfen.

Ein Geschworenengericht im ostfranzösischen Charleville-Mézières hat den 66-jährige Michel Fourniret und seine Frau Olivier zu lebenslanger Haft verurteilt. Bereits im Prozess hatte Fourniret gestanden, sieben Frauen im Alter von zwölf bis 21 Jahren vergewaltigt und ermordet zu haben.

Fourniret, der zu den schlimmsten Serienmördern Frankreichs zählt, wird den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen. Diese lebenslange Höchststrafe wurde in Frankreich bisher nur zweimal über Kindermörder verhängt. Eine frühere Entlassung ist ausgeschlossen. Für Olivier, die ihm bei seiner "Jagd auf Jungfrauen" half und an einem Mord beteiligt war, beschloss das Gericht eine Mindesthaftdauer von 28 statt 30 Jahren, wie der Staatsanwalt gefordert hatte

Staatsanwalt Fancis Nachbar bezeichnete die beiden als "Teufel mit zwei Köpfen". Es ist das erste Mal in der Geschichte Frankreichs, dass ein Ehepaar für eine derartige Verbrechensserie verantwortlich gemacht wird. Ihre Taten beging es von 1987 bis 2001 in Belgien und Frankreich. Hier hatte Fourniret sieben junge Mädchen entführt, vergewaltigt und ermordet. Er könnte aber nach laufenden Ermittlungen bis zu 15 Frauen getötet haben.

"Kaltblütige und grausame Serienmörder"

Olivier, die bei allen Taten dabei war, hat bei einem Mord dem 17-jährigen Opfer Schlafmittel eingeflößt, damit es sich nicht wehrt. Beide seien "kaltblütige und grausame Serienmörder, wie sie in unserem Land noch nie vorgekommen sind", hatte der Staatsanwalt Francis Nachbar in seinem Plädoyer erklärt.

Gestoppt wurde die Mordserie erst durch die Geistesgegenwart einer 13-Jährigen 2003 in Belgien. Sie konnte aus dem Lieferwagen Fournirets flüchten und notierte seine Autonummer, was zu seiner Festnahme führte.

Der zweimonatige Prozess war für die Opferangehörigen eine schwere Prüfung. Zunächst hatte Fourniret die Familien mit wochenlangem Schweigen aufgebracht. Er wollte nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit reden, hatte er erklärt. Doch als er endlich sprach, machte er alles noch schlimmer. Seine kalten, gefühllosen und entsetzlich detaillierten Schilderungen der Verbrechen waren für die Eltern kaum zu ertragen.

Hohn für die Opfer

Der geständige Täter, den die Psychiater als kalt, arrogant und manipulierend einstuften, hat kein Wort des Bedauerns gefunden. Fourniret verteilte "Noten" an Anwälte und Richter, beleidigte sie und nannte Staatsanwalt Nachbar einen "Kläffer".

Fourniret wird keine Berufung gegen das Urteil einlegen, kündigte sein Anwalt am Dienstag an. Er zeigte vor dem Geschworenengericht im ostfranzösischen Charleville-Mézières keine Reue und verhöhnte die Opfer. Wie ein Wilderer sei er auf die Jagd nach jungen Frauen gegangen, "ohne zu wissen, ob ich einen Fasan, ein Kaninchen oder gar nichts erbeute".

Seine Frau hatte am Dienstag erklärt, sie bedaure ihre Taten. Ihr Verteidiger zeichneten von ihr das Bild einer unterwürfigen, von ihrem Mann tyrannisierten Ehefrau. Laut Staatsanwaltschaft war sie bei manchen Verbrechen jedoch die treibende Kraft. Sie schilderte im Verfahren, wie sie die Opfer für ihren Mann ins Auto lockte. Und sie beschrieb, wie sie ihren Mann oral stimulierte, um ihn "in die Lage zu versetzen", die entführten Mädchen zu vergewaltigen. Beim Geschlechtsverkehr mit ihrem Mann habe sie die Rolle der Opfer nachgespielt.

AP/DPA/Reuters / AP / DPA / Reuters