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Millionenbetrug: Schrottmünzen gegen Scheine getauscht

Groß-Razzia gegen Münzfälscher im Rhein-Main-Gebiet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Millionenbetrugs. 29 Tonnen verschrottetet Euro-Münzen sollen in China wieder zusammengesetzt und durch Stewardessen der Lufthansa nach Deutschland geschmuggelt worden sein. Sechs Verdächtige wurden festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ist offenbar mit einer Groß-Razzia im Rhein-Main-Gebiet gegen einen Millionenbetrug mit Euro-Münzen vorgegangen, berichtet die "Bild"-Zeitung. Demnach sollen von der Notenbank verschrottete Münzen in China wieder zusammengesetzt und von Stewardessen der Lufthansa zurück nach Deutschland geschmuggelt worden sein. Komplizen sollen das "Geld" dann bei der Bundesbank in Scheine umgetauscht haben. Laut Schätzungen der Ermittler belaufe sich der Schaden auf mindestens 20 Millionen Euro.

Sechs Verdächtige seien bei der Razzia festgenommen worden, einige von ihnen säßen in Untersuchungshaft, heißt es weiter. Die Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu habe bestätigt: "Gegen die Tatverdächtigen läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Inverkehrbringen von Falschgeld."

"Ein Tatverdacht gegen Mitarbeiter der Bundesbank besteht nicht", betonte die Staatsanwaltschaft. Die Bank selbst erklärte, sie sei "in die Entwertung der Münzen und die Metallverwertung" nicht einbezogen. Die Notenbank sammelt zwar beschädigte Münzen ein, leitet sie dann aber an die Münzprägestätten weiter. Diese zerlegen die Geldstücke in ihre Bestandteile und geben sie weiter an eine vom Bund beauftragte Verwertungsgesellschaft. Laut den Ermittlern wurde der Münzschrott dann nach China verkauft.

Die auf organisierte Kriminalität spezialisierten Fahnder, gingen nach "Bild"-Angaben von mindestens 25 Tätern aus. Bereits Anfang 2010 sei am Frankfurter Flughafen eine Stewardess aufgefallen, die Probleme mit ihrem schweren Handgepäck gehabt habe. In ihrer Tasche hätten sich tausende Ein- und Zwei-Euro-Münzen befunden. Seitdem hätten die Staatsanwaltschaft, Zoll und Kripo ermittelt.

cjf/AFP/DPA / DPA