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Millionenraub im "KaDeWe": Gutachten entlastet tatverdächtige Zwillinge

Erneuter Rückschlag bei der Suche nach den Millionenräubern aus dem "KaDeWe": Die von der Polizei verdächtigten Zwillingsbrüder sind durch ein neues Gutachten entlastet worden. Ein Vergleich ihrer Körpermerkmale mit denen der Täter ergab laut Staatsanwaltschaft definitiv keine Übereinstimmung.

Ein halbes Jahr nach dem spektakulären Millionenraub im Berliner "Kaufhaus des Westens" sind die der Tat beschuldigten Zwillinge durch ein neues Gutachten entlastet worden. Die Untersuchung der Videoaufnahmen von dem Coup habe ergeben, dass es von den Körpermerkmalen her keine Übereinstimmung zwischen den dort gefilmten Tätern und den Brüdern gebe, sagte die Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft am Dienstag. "Das spricht gegen eine Täterschaft der beiden." In Kürze sei deshalb damit zu rechnen, dass die Ermittlungen gegen die Männer aus Niedersachsen, die nach dem Fund einer DNA-Spur unter Tatverdacht geraten waren, eingestellt werden.

Drei unbekannte, maskierte Täter hatten Ende Januar nach Ladenschluss in einem Schmuckgeschäft im Erdgeschoss des "KaDeWe" Ware im Millionenwert erbeutet. Zusätzlich zu DNA-Tests ließen die Ermittler ein so genanntes gerichtsanthropologisches Gutachten der Videoaufnahmen von der Tat anfertigen. Diese Analyse der Bewegungsabläufe der Täter, ihrer Schädelform und Gliedmaßen habe bei einem Vergleich mit den Merkmalen der Zwillinge nun ergeben, dass definitiv keine Übereinstimmung vorliegt, sagte die Sprecherin.

Die zur Tatzeit 27 Jahre alten Zwillinge waren zweieinhalb Wochen nach der Tat verhaftet worden. Ihre DNA-Spur war an einem am Tatort gefundenen Handschuh gefunden worden. Weil das Erbgut der beiden Männer aber nahezu identisch und die Spur nicht eindeutig zuzuordnen ist, mussten die Brüder wieder freigelassen werden. Sie könnten sich nun der Sprecherin zufolge leicht darauf berufen, dass ihnen der Handschuh irgendwie abhanden gekommen und dann auf ungeklärte Weise an den Tatort gekommen sei. Von der Beute fehlt bislang jede Spur.

AFP / AFP
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