Minden Vergiftete Limo wurde zur Todesfalle


Der Genuss einer Limonade ist für einen Mitarbeiter des BASF-Werkes in Minden zur Todesfalle geworden. Das Getränk war mit Cyanid vergiftet worden. Inzwischen ist eine weitere Flasche mit Gift aufgetaucht.

Der Tod eines Chemiearbeiters in Minden (Nordrhein-Westfalen) nach dem Konsum einer vergifteten Limonade stellt die Polizei weiter vor Rätsel. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf die Belegschaft des Unternehmens sowie Freunde und Bekannte des 44 Jahre alten Opfers, sagte Polizeisprecher Werner Wojahn. Gerichtsmediziner hatten das Gift als Cyanid, ein Blausäuresalz, identifiziert. Der 44-Jährige war in der Nacht zum Dienstag an seinem Arbeitsplatz nach einem Schluck aus einer Limonadenflasche zusammengebrochen und im Krankenhaus gestorben. Zwei Polizisten, die giftige Dämpfe eingeatmet hatten, seien mittlerweile wieder im Dienst. Auch in einer weiteren Flasche war Gift nachgewiesen worden.

Die beiden 37 und 48 Jahre alten Beamten hätten am Mittwoch das Krankenhaus verlassen können, sagte der Sprecher. Der 37-Jährige war bewusstlos zusammengebrochen, nachdem er an der zweiten Flasche gerochen hatte, der 48-Jährige hatte sich unwohl gefühlt. Lebensgefahr bestand nicht. "Wir gehen davon aus, dass die zweite Flasche einem Arbeitskollegen des Opfers gehörte", sagte Wojahn. Diese Flasche habe in einem Aufenthaltsraum gestanden, die Flasche des 44-Jährigen war in einem auch von anderen genutzten Kühlschrank. Insgesamt hatte die Polizei rund 200 Flaschen untersucht, aber keine weiteren Fälle von Vergiftung gefunden.

Kantine vorerst geschlossen

Wojahn bestätigte, dass der 44-Jährige zu den Gekündigten des Unternehmens gehöre. Der Chemiekonzern BASF hatte angekündigt, am Standort Minden bis Juli 2007 knapp 130 Vollzeitstellen zu streichen. Nach Angaben von Unternehmenssprecherin Claudia Schneider verarbeitet die BASF PharmaChemikalien GmbH Cyanid beispielsweise für Pharmawirkstoffe. Allerdings dürften nur Befugte die speziell gesicherten Lagerräume betreten. Die Bestände an Lebensmitteln und Getränken in den Kühlschränken seien eingesammelt und vernichtet worden, die Kantine sei vorerst geschlossen.

Die Mordkommission gehe weiter von einem Verbrechen aus, Anhaltspunkte für einen Selbstmord gebe es nicht, sagte Wojahn. Das Gift war laut der toxikologischen Untersuchungen der Rechtsmedizin in Münster in den zwei untersuchten Proben und in der Leiche des Opfers gefunden worden.

DPA DPA

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