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Miss Universe-Wahl in Las Vegas: Amokfahrerin rast in Menschenmenge - und tötet einen Mann

Während der Wahl zur Miss Universe wird ein Mensch getötet, mindestens 26 weitere werden verletzt, weil eine junge Frau mit dem Auto in eine Menschenmenge raste. Die Amokfahrerin wird des Mordes beschuldigt.

Die Amokfahrerin wird des Mordes beschuldigt

Die Amokfahrerin wird des Mordes beschuldigt

Eine Amokfahrerin hat in Las Vegas einen Passanten getötet und mehr als 30 weitere verletzt. Die junge Frau sei am Sonntagabend unweit des Hotels, in dem gerade die Wahl zur Miss Universe stattfand, "absichtlich" auf den Bürgersteig und in eine Menschenmenge gerast, teilte die Polizei mit. Einen Terrorangriff schloss sie aus. Die dreijährige Tochter der Frau, die mit im Auto gesessen hatte, überlebte den Vorfall unverletzt.

Nach Polizeiangaben versuchte die Amokfahrerin zunächst zu fliehen, sie wurde aber kurze Zeit später gefasst. Die 24-Jährige aus dem Bundesstaat Oregon wurde verhört und auf Alkohol und andere Drogen getestet. Nach Angaben eines Drogenexperten hatte sie ein Aufputschmittel genommen. Am Montag wurde sie des Mordes beschuldigt, wie Staatsanwalt Steven Wolfson mitteilte.

"Ich sah, wie Menschen durch die Luft flogen"

Der Vorfall ereignete sich auf dem belebten Las Vegas Strip zwischen dem Hotel Paris Las Vegas und dem Casinohotel Planet Hollywood, wo gerade die neue Miss Universe gekürt wurde. Eine Augenzeugin berichtetet, das Auto der Amokfahrerin sei wie eine "Bowlingkugel" gewesen, die Passanten wie "Kegel". Erst habe sie den Vorfall für eine typische Show von Las Vegas gehalten, "doch dann sah ich, wie Menschen durch die Luft flogen", sagte die Touristin Rabia Qureshi aus dem Bundesstaat Wisconsin dem Sender KSNV.

 Nach Angaben des Polizisten Dan McGrath fuhr die Frau "zwei bis drei Mal" in die Menschenmenge auf dem Bürgersteig. Einige Männer hätten noch vergeblich versucht, die Fahrerin zu stoppen, sie habe aber nicht reagiert, berichtete ein Augenzeuge im Sender CNN.

Sechs der überfahrenen Passanten wurden so schwer verletzt, dass es zunächst hieß, sie seien in lebensbedrohlichem Zustand. Am Montag schwebten nach Polizeiangaben noch drei Verletzte, die Kopfverletzungen erlitten hatten, in Lebensgefahr.

Amokfahrerin wirkte nicht verstört

Laut Sheriff Joe Lombardo war die Fahrerin nach dem Vorfall zu einem Hotel gefahren und hatte den Parkplatzwächter gebeten, den Rettungsdienst zu rufen. Sie habe nicht so gewirkt, als sei sie über ihre Tat "verstört", sagte Lombardo.

Nach Angaben des Sheriffs hatte sich die junge Frau vor der Amokfahrt offenbar mit dem Vater ihrer Tochter gestritten. Sie habe seit einer Woche im Auto gelebt, sagte Lombardo. Die Polizei geht demnach davon aus, dass die 24-Jährige in Las Vegas vorbeikam, als sie zu dem Vater des Kindes im Bundesstaat Texas fahren wollte. Nach dem Vorfall war der normalerweise belebte Las Vegas Strip menschenleer und die Straße für den Autoverkehr gesperrt.

jen / AFP
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