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Missbrauch auf Berliner Kinderstation: Verdächtiger Pfleger wollte sich umbringen

Ein Pfleger einer Berliner Kinderintensivstation soll mehrfach Jungen missbraucht und seine Taten per Handy gefilmt haben. In der Untersuchungshaft fügte sich der Mann schwerste Verletzungen zu.

Der Krankenpfleger einer Berliner Kinderintensivstation, der im letzten Sommer mindestens dreimal Jungen missbraucht haben soll, hat offenbar versucht, sich das Leben zu nehmen. Wie "Bild online" berichtet, ritzte sich der geständige 27-Jährige in Untersuchungshaft Arme und Lenden mit einem Rasiermesser auf und entmannte sich. Sein Zustand soll kritisch sein. Zuvor schrieb er offenbar einen Abschiedsbrief, in dem er seine Taten bereut und sich entschuldigt.

Wie am Dienstag bekannt wurde, soll er auf der Kinderintensivstation des Helios-Klinikums im Stadtteil Buch mindestens zwei wehrlose Jungen missbraucht haben. Ein neun Jahre alter Junge hatte seinen Eltern von den Taten erzählt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in drei Fällen, hält aber weitere für möglich.

Handy-Aufnahmen gefunden

Nach der Festnahme des 27-Jährigen fanden die Ermittler bei ihm Handy-Aufnahmen der Taten. Das Klinikum teilte mit: "Wir sind entsetzt und fassungslos. Wir bedauern zutiefst das Leid, aber auch die Ungewissheit, die jetzt viele Eltern und Patienten quält, selbst wenn sie nicht betroffen sind oder waren."

Eltern, deren Söhne in den vergangenen 14 Monaten Patienten der Kinderintensivstation waren, seien in einem Brief über die Ermittlungen informiert worden. Nach "Bild"-Informationen arbeitete der 27-Jährige seit Herbst 2009 dort. Bis zum Sommer 2010 habe er sich nie etwas zuschulden kommen lassen.

fw/DPA / DPA
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