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Missbrauchs-Opfer: Katholische Kirche einigt sich auf Entschädigungssummen

Die katholische Kirche ist sich offenbar über die Höhe der Entschädigung für die Opfer sexuellen Missbrauchs einig. Das sagte der Missbrauchsbeauftragte Stephan Ackermann in einem Interview. Über die konkrete Summe machen die Gottesmänner aber noch ein Geheimnis.

Die katholische Kirche hat sich nach den Worten ihres Missbrauchsbeauftragten , Bischof Stephan Ackermann, auf Summen zur Entschädigung der Opfer sexuellen Missbrauchs geeinigt. "Die Summen sind beschlossen (...). Es geht jetzt noch um die genauen Modalitäten", sagte er der "Frankfurter Rundschau". Die Kirche werde die Summen im März nennen, wenn sie ihr weiteres Vorgehen insgesamt vorstellen werde. Eine Fondslösung wie bei den Heimkindern gebe es aber nicht.

Anfang März soll die Justiz-Arbeitsgruppe des Runden Tisches der Bundesregierung zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs wieder tagen. Dann steht auch der heikle Punkt Entschädigungen auf dem Programm. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatte die katholische Kirche zuletzt gedrängt, einen konkreten Vorschlag zur Entschädigung von Opfern vorzulegen.

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte Ende September 2010 einen ersten Vorschlag präsentiert. Darin zeigte sie sich bereit, Opfer zu entschädigen - genaue Beträge wurden aber bislang nicht genannt. Die Kirche verfolgt nach damaligen Angaben ein Therapiemodell und individuelle Lösungen, die sich an der Schwere des Missbrauchs orientieren sollen.

Die Bundesregierung hatte den Runden Tisch vor einem Jahr eingerichtet, nachdem immer mehr Missbrauchsfälle in Kirchen und anderen Institutionen bekanntgeworden waren. In dem Gremium, das bis Ende 2011 arbeiten soll, beraten Teilnehmer aus Politik, Kirchen und Verbänden über Maßnahmen für die Opfer.

kng/DPA / DPA