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Missbrauchs-Prozess: Ehemaliger Kinderheimleiter beteuert Unschuld

Der frühere Leiter des Kinderheimes "Spatzennest" hat am Mittwoch im Kaiserslauterer Missbrauchsprozess Stellung zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen genommen. Dabei räumte er die Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs von Mädchen aus dem Heim zunächst nicht ein.

Der frühere Leiter des Kinderheimes "Spatzennest" im nordpfälzischen Ramsen hat vor Gericht den sexuellen Missbrauch von Heimkindern bestritten. Der 43-Jährige verlas zum Prozessauftakt am Mittwoch vor dem Landgericht Kaiserslautern eine lange Erklärung, in der er Punkt für Punkt die Vorwürfe zurückwies. Laut Anklage soll der Mann zwischen 1994 und 2006 sechs kleine Mädchen aus dem Heim missbraucht haben. Verantworten muss er sich wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen in 22 Fällen. Zwei der mutmaßlichen Opfer, die heute zwischen 15 und 23 Jahre alt sind, erschienen als Nebenklägerinnen zum Prozessauftakt.

Bis zur Mittagspause des ersten Verhandlungstages hatte der Angeklagte gerade einmal die Hälfte seiner 38 Seiten langen Erklärung vorgetragen. Laut Anklage soll der Großteil der Taten in dem Kinderheim geschehen sein, einige auch in einer Ferieneinrichtung in Österreich. Der 43-Jährige war 2008 bereits zu einer Bewährungsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden, weil er Mädchen am ganzen Körper eingecremt hatte. Für den jetzigen Prozess sind vorerst Verhandlungstermine bis zum 6. Juli geplant.

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