Missbrauchs-Prozess Sex bringt Lehrerin 30 Monate hinter Gitter

Ein Liebesbrief wurde ihr zum Verhängnis. Weil eine wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte Lehrerin darin erwähnt hatte, dass es zwischen ihr und einem 13-jährigen Schüler zum Geschlechtsverkehr gekommen ist, wurde sie nun verurteilt.

Wegen sexuellen Missbrauchs eines 13 Jahre alten Schülers ist am Freitag in Regensburg eine Lehrerin zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die 31-jährige Klassenlehrerin hatte dem Schüler in ihrer Wohnung Alkohol zu trinken gegeben und ihn dann in ihrem Ehebett verführt. "Sie haben Grenzen verletzt, die nicht verletzt werden dürfen", sagte die Vorsitzende Richterin des Regensburger Jugendschöffengerichtes, Christine Müller, in der Urteilsbegründung.

Mit zweieinhalb Jahren sei das Gericht am unteren Ende des möglichen Strafmaßes geblieben. Für solch einen schweren sexuellen Missbrauch schreibe das Gesetz eine Mindeststrafe von zwei Jahren vor.

Das Amtsgericht folgte bei dem Urteil weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die vom Verteidiger geforderte Bewährungsstrafe lehnte Müller ab. Ein minderschwerer Fall, den der Anwalt der Frau angenommen hatte, liege nicht vor. Die 31-Jährige hatte zwar den Missbrauch eingeräumt, allerdings in dem Prozess bestritten, dass es dabei zum Geschlechtsverkehr kam.

Diese Version glaubte die Kammer jedoch nicht. Die Frau hatte dem Buben sogar weiterhin Liebesbriefe geschrieben, nachdem sie sich an ihm vergangen hatte. "Ich muss mir jetzt die Pille danach besorgen, damit ich nicht schwanger werde", schrieb sie ihm. Wegen dieser Beweise und der glaubwürdigen Zeugenaussage des Schülers ging das Gericht davon aus, dass es tatsächlich zum Sex kam.

DPA DPA

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