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Katholische Kirche Gutachten zu Missbrauchsfällen in München belastet Ex-Papst Benedikt

Sehen Sie im Video: Gutachten zu Missbrauch in Erzdiözese München belastet Ex-Papst Benedikt.




Der ehemalige Papst Benedikt XVI. hat es in seiner Zeit als Erzbischof von München versäumt, in vier Fällen von mutmaßlichem sexuellem Missbrauch in seiner Erzdiözese gegen Kleriker vorzugehen. Das geht aus einem Untersuchungsbericht zu den Taten hervor, der am Donnerstag vorgestellt wurde. Gutachter Martin Pusch: "In insgesamt vier Fällen sind wir zu der Einschätzung gelangt, dass dem damaligen Erzbischof Kardinal Ratzinger in Fällen sexuellen Missbrauchs ein Fehlverhalten vorzuwerfen ist. Zwei dieser Fälle betreffen während seiner Amtszeit begangene und staatlicherseits strafrechtlich sanktionierte Missbrauchstaten. In beiden Fällen blieben die Täter weiterhin in der Seelsorge tätig, ohne ausdrückliche Tätigkeitsbeschränkungen. Kirchenrechtliche Maßnahmen wurden nicht veranlasst. Ein Interesse an den Geschädigten und einem insoweit möglicherweise bestehenden Fürsorgebedarf, war für uns nicht erkennbar. [...] In allen Fällen weist der emeritierte Papst Benedikt XVI. ein Fehlverhalten seinerseits strikt zurück. Er macht im Wesentlichen fehlende Sachverhaltskenntnis und mangelnde kirchenstrafrechtliche Relevanz geltend. Dabei wird von ihm Unkenntnis selbst dann noch behauptet, wenn diese mit der Aktenlage nach unserem Dafürhalten nur schwer in Einklang zu bringen ist." Das Erzbistum München und Freising hatte die Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) beauftragt, Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs zwischen 1945 und 2019 zu untersuchen. Es habe mindestens 497 Missbrauchsopfer gegeben, überwiegend junge Männer. Viele weitere Fälle seien vermutlich nicht angezeigt worden, so die Juristen.
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Eine Anwaltskanzlei veröffentlicht ein ihr Gutachten zu sexuellem Missbrauch im Bereich der Erzdiözese München und Freising. Darin kommt Ex-Papst Benedikt gar nicht gut weg.

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