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Polizei Lippe im Zwielicht: Missbrauchsfall in Lügde: Wegen Kinderpornografie vorbestrafter Polizist wird überprüft

Der Missbrauchsfall auf einem Campingplatz in Lügde lässt die zuständige Polizei zunehmend im schlechten Licht dastehen. Ein LKA-Sonderermittler entdeckte, dass einer der Beamten wegen Besitzes und Beschaffens von Kinderpornografie vorbestraft ist. Und es gibt weitere Fälle.

Ermittlungen zum Missbrauchsfall auf Campingplatz in Lügde

Ermittlungen zum Missbrauchsfall auf dem Campingplatz "Eichwald" im ostwestfälischen Lügde. Nun kam heraus, ein Polizist der zuständigen Polizeibehörde ist wegen Besitzes und Beschaffens von Kinderpornografie vorbestraft.

DPA

Bei den internen Untersuchungen des polizeilichen Sonderermittlers des Landeskriminalamtes NRW im vielfachen Missbrauchsfall Lügde ist ans Licht gekommen, dass bei der Kreispolizeibehörde Lippe ein wegen Kinderpornografie vorbestrafter Polizist tätig ist. Das bestätigte das Düsseldorfer Innenministerium am Samstag dem "Westdeutschen Rundfunk" (WDR). Der Mann sei im Jahr 2011 wegen des Besitzes und Beschaffens von Kinderpornografie verurteilt worden.

Die zuständige Behörde habe seinerzeit bei Gericht die Entlassung des Beamten beantragt, die Richter hätten dies jedoch für nicht angemessen erachtet und eine Degradierung für ausreichend gehalten. Der Mann wurde nach seiner Verurteilung zur Kreispolizei Lippe versetzt. Er sei nicht in die aktuellen Ermittlungen eingebunden gewesen, hieß es weiter.

+++ Lesen Sie hier mehr über das Polizei- und Behördenversagen im Fall Lügde +++

Lügde: Frühere Verbindung zum Fall wird geprüft

Ob der verurteilte Polizist in früherer Zeit in Verbindung zum Lügde-Fall gestanden hat, soll nun von der Staatsanwaltschaft geklärt werden. Bisher gebe es über eine solche Verbindung keine Kenntnisse, verlautet aus dem Innenministerium.

Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete, veranlasste NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) nach Bekanntwerden des Falls Lügde, dass alle Sexualdelikte festgestellt wurden, an denen Polizisten der Kreispolizei Lippe beteiligt waren. Dabei wurde ein weiterer Fall aus dem Jahr 2011 bekannt, bei dem es um die heimliche Installation einer Videokamera im Badezimmer ging. Zudem wurde ein Vorgang aus dem Jahr 2013 entdeckt, bei dem ein Tutor eine Kommissaranwärterin belästigt hatte.

Nach Angaben des NRW-Innenministeriums wurde die Kreispolizeibehörde Lippe jetzt angewiesen, "beim aktuellen und künftigen Einsatz der Polizeibeamten ihre Vorgeschichte zwingend zu berücksichtigen".

Missbrauch auf Campingplatz: Verschwundene Beweismittel: Lipper Polizeichef bittet um Entschuldigung

LKA-Sonderermittler durchleuchtet Polizei Lippe

Nach dem Missbrauchsskandal auf dem Campingplatz in Ostwestfalen waren in der Kreispolizeibehörde 155 sichergestellte Datenträger unter mysteriösen Umständen verschwunden. Reul hatte daraufhin einen Sonderermittler aus dem LKA nach Detmold entsandt, der aufklären soll, wie es dazu kommen konnte. Im Zuge dieser Ermittlungen kam nun der Fall des verurteilten Polizisten ans Licht.

Die Missbrauchsserie von Lügde war am 30. Januar bekannt geworden - und hatte für bundesweites Aufsehen gesorgt. Auf dem dortigen Campingplatz sollen über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren mindestens 31 Kinder missbraucht worden sein. Die meisten waren zwischen vier und 13 Jahre alt. Es gibt insgesamt sieben Verdächtige.

dho mit / AFP
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