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Ermittlungen: Missbrauchsfall von Münster weitet sich aus: Weitere mögliche Opfer melden sich

Der Fall massenhafter sexualisierter Gewalt an Kindern in Münster weitet sich offenbar aus: Nach dem Auffliegen des Pädophilen-Netzwerks am Wochenende geht die Polizei inzwischen fünf möglichen Opfern nach. Die Zahl könnte sich erhöhen.

Staatsanwaltschaft Münster: Schwerer sexueller Missbrauch: "An die Grenzen des menschlich Erträglichen gestoßen"

Was kommt da noch ans Licht? Im Kindersmissbrauchskomplex von Münster haben sich Väter von zwei weiteren möglichen Opfern an die Polizei gewandt. Ein Sprecher der Polizei Münster bestätigte am Morgen einen entsprechenden Bericht des TV-Senders RTL.

Die beiden Männer hatten demnach Strafanzeigen erstattet, weil ihre Söhne von einem der Beschuldigten in dem Fall unsittlich berührt worden seien. Gegen wen sich die Anschuldigung konkret richtet, teilten die Beamten nicht mit. Nur soviel: Es handele sich nicht um den 27 Jahre alten Hauptverdächtigen aus Münster.

Opfer von Münster zwischen fünf und zwölf Jahre alt

Die weiteren möglichen Opfer seien im gleichen Altersrahmen wie die bisher bekannten, also zwischen fünf und zwölf Jahre alt.

Die Aushebung des Pädophilen-Netzwerks durch die Polizei hatte am Wochenende bundesweit gleichermaßen für Schlagzeilen und Entsetzen gesorgt. In mehreren Bundesländern nahmen Ermittler im Mai und Anfang Juni insgesamt elf Verdächtige fest: neben dem Hauptbeschuldigten auch dessen 45-jährige Mutter sowie neun Männer im Alter von 30 bis 43 Jahren aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Brandenburg. Sie sollen – in unterschiedlichen Konstellationen – mehrfach insgesamt mindestens drei Jungen schwer sexualisiert misshandelt beziehungsweise die Taten unterstützt haben.

Bei mehreren Durchsuchungen haben die Ermittler professionelles IT-Equipment und Datenträger mit einem Gesamtspeichervolumen von mehr als 500 Terabyte sichergestellt. Eine erste Durchsicht ergab nach Polizeiangaben, dass sich auf den Datenträgern Beweise für die brutalen Taten befinden. Es handele sich um "unfassbare Bilder" sagte ein Beamter. Aufgrund der Datenmenge muss davon ausgegangen werden, dass es noch weitere Opfer und Täter gibt. Die Ermittlungen dürften Monate in Anspruch nehmen, die Verdächtigen verweigern bisher die Aussage.

In der jüngeren Vergangenheit hatten weitere Fälle massenhafter sexualisierter Kindesmisshandlung die Öffentlichkeit erschüttert, etwa die Missbrauchskomplexe, die in Lügde und Bergisch Gladbach ihren Anfang nahmen.

Quellen: RTL, Polizei Münster, Nachrichtenagentur DPA

wue