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Missbrauchsskandal von Ameland Vorwurf der gemeinschaftlichen sexuellen Nötigung


Sie sollen andere Jugendliche auf einer Ferienfahrt auf dem niederländischen Ameland missbraucht haben. Jetzt klagt die Staatsanwaltschaft Osnabrück vier Jugendliche an. Der Fall hatte im Herbst vergangenen Jahres für Aufsehen gesorgt.

Rund acht Monate nach dem Bekanntwerden eines Missbrauchsskandals unter Jugendlichen bei einer Ferienfahrt des Osnabrücker Stadtsportbundes hat die Staatsanwaltschaft gegen vier Verdächtige Anklage erhoben. Drei 15- und einem 16-Jährigen werde gemeinschaftliche sexuelle Nötigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag zum Abschluss ihrer Ermittlungen in Osnabrück mit. Über die Eröffnung des Verfahrens müsse nun die Jugendstrafkammer des Landgerichts der niedersächsischen Stadt entscheiden.

Während einer Ferienfreizeit in einem Heim auf der niederländischen Insel Ameland sollen Jugendliche im Juli vergangenen Jahres andere Jugendliche in einem Schlafsaal mehrfach mit Gegenständen missbraucht und gequält haben. Der Vorfall hatte für viel Aufsehen gesorgt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft konnten acht mutmaßliche Opfer im Alter von rund zwölf Jahren ermittelt werden.

Die Ermittlungen richteten sich ursprünglich gegen 17 Jugendliche, von denen jetzt vier angeklagt werden. Sieben Verfahren seien wegen fehlender Beweise eingestellt worden, teilte die Anklagebehörde mit. Die Verfahren gegen sechs weitere Beschuldigte seien gegen Auflagen und Ermahnungen eingestellt worden.

Bei der Staatsanwaltschaft sind zudem noch neun Ermittlungsverfahren gegen Betreuer wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung anhängig. Nach Bekanntwerden der Vorfälle war in Presseberichten der Vorwurf erhoben worden, diese hätten eventuell schon während der Reise von den Missbrauchsvorwürfen erfahren, seien aber nicht eingeschritten. Die Ermittlungen gegen die Betreuer seien bislang noch nicht abgeschlossen, teilte die Staatanwaltschaft dazu mit.

mm/AFP AFP

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