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Misshandlungsvorwürfe Staatsanwalt ermittelt gegen Jugendhilfe-Leiter


Ein Heimleiter aus Melle bei Osnabrück soll eine Jugendliche gewürgt, beleidigt und nur im T-Shirt in den Schnee geschickt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und Körperverletzung.

Der Leiter einer Jugendhilfe-Einrichtung im niedersächsischen Melle soll eine 17-Jährige im T-Shirt in den Schnee geschickt, sie gewürgt und beleidigt haben. Weitere Vorwürfe der jungen Frau: Der Mann habe ihr den Arm auf den Rücken gedreht und sie zur Einnahme von Beruhigungstabletten gezwungen. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und Körperverletzung.

Das niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie räumte am Freitag ein, dass es starke Auseinandersetzungen der Leitung mit der Jugendlichen gab. Dabei seien nach bisherigen Erkenntnissen jedoch keine Grenzen überschritten worden.

Flucht aus Angst vor weiteren Übergriffen

Die inzwischen 18-Jährige, die seit 2009 in dem "Haus im Elfenland" lebte, soll vor einigen Monaten aus Angst vor weiteren Übergriffen aus dem Wohnheim geflohen sein. Sie schilderte die Vorfälle einer Vertrauensperson, die die Polizei einschaltete. "Es besteht ein Anfangsverdacht", sagte Staatsanwältin Wiebke Warnking.

Die Ermittler werden in den nächsten Wochen zuerst noch weitere Zeugen befragen, bevor sie den Beschuldigten vernehmen. Auf Anfrage wollte sich der 58-Jährige nicht zu den Vorwürfen äußern. Er müsse sonst in diesem Zusammenhang auch auf die Probleme der 18-Jährigen eingehen und das wolle er nicht öffentlich tun, sagte er.

Die private Jugendhilfe-Einrichtung "Haus im Elfenland" ist ein eigenständiges Haus, untersteht aber der Aufsicht des Landesamts für Soziales, Jugend und Familie. Laut Internetseite werden als Krisenintervention praktische Lernformen wie Tierpflege, Fischzucht und Landschaftspflege angeboten.

Das Mädchen lebt seit seiner Volljährigkeit nicht mehr in der Einrichtung und ist aus Niedersachsen weggezogen. Sie ist nach Ermittlerangaben bisher die Einzige, die Misshandlungsvorwürfe erhebt.

kng/DPA DPA

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