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Mobbing einer Ostdeutschen: Österreicher muss Schmerzensgeld zahlen

Ein Kärtner Chef piesackte eine Brandenburgerin so lange wegen ihrer Herkunft, bis diese krank wurde. Jetzt sprach der Oberste Gerichtshof in Wien ein wichtiges Urteil.

Er mobbte seine Buchhalterin und beleidigte sie wegen ihrer Herkunft als Ostdeutsche: Jetzt muss ein Firmenchef aus Österreich seiner ehemaligen Mitarbeiterin 5900 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Der Kärntner Chef beschimpfte und kritisierte die heute 51 Jahre alte Frau aus Brandenburg wochenlang, die seit einigen Jahren in der Region lebt. "Beleidigungen wegen ihrer Herkunft waren Teil der diskriminierenden Äußerungen", sagte die Juristin Michaela Eigner von der Arbeiterkammer Kärnten.

Sein Betrieb dulde keine "ostdeutschen Methoden", hielt der Unternehmer der Frau laut Gerichtsurteil unter anderem vor. Die Frau habe durch die Mobbing-Attacken körperliche Symptome entwickelt und über Wochen an Gastritis, Schlafstörungen und Depressionen gelitten.

Seelische Schmerzen als Körperverletzung anerkannt

Der Oberste Gerichtshof in Wien habe das Urteil zweier Gerichte in Klagenfurt und Graz in letzter Instanz bestätigt, erklärte Eigner.

Die Arbeitnehmer-Schutzorganisation nennt das Urteil "richtungsweisend" für Österreich: "Erstmals wurden durch Mobbing verursachte seelische Schmerzen als Körperverletzung anerkannt", sagte Eigner. Die 51-Jährige hat sich nach Angaben der Arbeiterkammer mittlerweile erholt und beruflich wieder Fuß gefasst.

iml/DPA / DPA