HOME

Möglicher Maddie-Entführer: "Wir wollen wissen, wer er ist"

Kaum eine Woche ohne Neuigkeiten im Fall Maddie. Zuletzt hatten die Eltern der Vierjährigen dementiert, dass sie einen Film über die Entführung ihrer Tochter drehen wollen. Jetzt beschäftigt Großbritannien das Phantombild des möglichen Entführers

Von Emma Bullimore

Die Veröffentlichung zweier Phantombilder des möglichen Maddie-Entführers hat die Ermittler offenbar auf eine Reihe neuer Spuren gebracht. "Die Fahnder haben viele Anrufe bekommen", schreibt die Londoner "Times". Laut des Bouelvardblatts "The Sun" untersuche die Polizei nun Dutzende neuer Hinweise.

Die Eltern der entführten Madeleine McCann hatten zwei Phantombilder in Auftrag gegeben, die den möglichen Entführer des Mädchens zeigen soll. Nach Angaben des "Daily Telegraph" zeigt es "einen Mann mit fahler, olivenfarbiger Haut, zerzausten Haaren, hervorstehenden Zähnen und einem dicken Schnurrbart". Der Mann soll zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß und zwischen Ende 30 und Anfang 40 Jahre alt sein. Das Bild der jetzt seit mehr als acht Monaten verschwundenen Maddie wurde mehr als eine Million Mal in Portugal, Spanien und auch Marokko verteilt.

Der Mann wirkte "aufgewühlt" und "nervös"

Die Zeichnungen wurden von der Künstlerin Melissa Little nach einer Beschreibung von Gail Cooper angefertigt. Die britische Touristin habe sich wie die Familie McCann in der Anlage in dem südportugiesischen Ort Praia da Luz aufgehalten. "BBC News" berichtet, dass sie wegen seines merkwürdigen Benehmens misstrauisch geworden sei. Cooper habe gesagt, dass sie diesen Mann gesehen habe, als er alleine den Strand entlang gegangen sei, "während es stark regnete", heißt es bei dem Sender. Später habe derselbe Mann Cooper um Geld gebeten. Laut BBC "behauptete er, er sammele Geld für ein lokales Waisenhaus". Die Frau habe ihn als "aufgewühlt" und "nervös" beschrieben.

Die englische Zeitung "The Guardian" zitiert Jane Tanner, eine Freundin der McCanns. Sie sagte, das Bild habe eine starke Ähnlichkeit mit dem Mann, den sie am 3. Mai gesehen habe. Allerdings hatte Tanner in einem Interview im November 2007 behauptet, dass sie das Gesicht des Mannes nicht gesehen habe.

Clarence Mitchell, ein bekannter, ehemaliger BBC-Journalist, arbeitet als Pressesprecher der McCann-Familie. Er sagte: "Wir glauben, dass dieser Mann im Zusammenhang mit Madeleines Verschwinden steht. Wir wollen wissen, wer er ist, und wir wollen wissen, wo er ist."