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Mogadischu: Mindestens fünf Tote bei Angriff auf Gerichtsgebäude

Mehrere Mitglieder der islamistischen Shebab-Miliz haben in Mogadischu ein Gerichtsgebäude gestürmt und sich in die Luft gesprengt. Mindestens fünf Menschen kamen dabei ums Leben.

Bei einem Angriff von Extremisten auf ein Gerichtsgebäude in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind am Sonntag mindestens fünf Menschen getötet worden. Nach Angaben des Geheimdienstes handelte es sich bei den Angreifern um Mitglieder der islamistischen Shebab-Miliz. Kurz nach dem Angriff wurden bei der Explosion einer Autobombe mehrere Menschen verletzt, wie ein Augenzeuge berichtete.

Nach Informationen eines somalischen Geheimdienstoffiziers stürmten mehrere bewaffnete Angreifer und Selbstmordattentäter das Gebäude zur Mittagszeit. Demnach sprengte sich mindestens einer von ihnen in die Luft. Augenzeugen berichteten, drei Angreifer hätten sich in die Luft gesprengt. Die Angreifer trügen somalische Militäruniformen. Laut Polizei waren auch Zivilisten unter den Opfern.

In den Stunden nach der Attacke lieferten sich die Angreifer und Sicherheitskräfte Schusswechsel. In dem Gerichtsgebäude gebe es anhaltende "Kämpfe", sagte der Geheimdienstoffizier. Somalische Soldaten und Polizisten sowie Mitglieder der Eingreiftruppe der Afrikanischen Union (AMISOM) waren im Einsatz.

Seit 1991 herrscht in Somalia Bürgerkrieg

"Das ganze Gelände ist ein heilloses Chaos", sagte ein Augenzeuge. Offenbar hielten sich wegen eines Gerichtstermins mehrere ranghohe Justizvertreter in dem Gebäude auf; es war aber zunächst unklar, ob sie zu den Opfern gehörten.

Kurz nach dem Angriff auf das Gericht explodierte ein mit Sprengstoff präpariertes Auto in der Nähe des Flughafens von Mogadischu, als der Konvoi einer türkischen Hilfsorganisation vorbeifuhr, wie ein Augenzeuge namens Osman berichtete. Mehrere Menschen seien nach der Explosion offenbar ins Krankenhaus gebracht worden, sagte Osman. Die Polizei sperrte den Anschlagsort ab.

Die Shebab-Milizen hatten in jüngster Zeit ihre Angriffe in Mogadischu wieder intensiviert, nachdem AMISOM-Truppen die Milizen im August 2011 aus der Hauptstadt vertrieben hatten. Seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre 1991 herrscht in dem Land am Horn von Afrika Bürgerkrieg. In den vergangenen Jahren entwickelte sich Somalia zu einem Rückzugsgebiet für Islamisten und Piraten.

fle/AFP / AFP