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Urteil "Opa-Mord" - lebenslange Haft für 26-Jährigen

Das Landgericht Dortmund hat sein Urteil gegen den 26-Jährigen gesprochen.
Das Landgericht Dortmund hat sein Urteil gegen den 26-Jährigen gesprochen. Es lautet auf Mord.
© Bernd Thissen/DPA
Es war Mord: Nach Streit um Geld und über die Karriere hat ein 26-Jähriger am Rosenmontag 2016 in Hamm seinen Großvater erschlagen. Das Urteil des Landgerichts Dortmund: lebenslänglich.

Das Dortmunder Landgericht hat einen 26-Jährigen wegen Mordes zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Der Mann gestand im Prozess unter Tränen, seinen 84-jährigen Großvater am Rosenmontag 2016 in Hamm mit einem Brecheisen erschlagen zu haben. 

Der Tat ging ein lange schwelender Streit um Geld voraus, am Abend vor dem Mord hob der 26-Jährige 1500 Euro vom Konto seines Großvaters ab. Ob er dazu bevollmächtigt war, hat das Gericht nicht endgültig klären können, sagte ein Sprecher dem stern. Zumindest sei aber das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt: Der 26-Jährige sei mit dem Brecheisen, einem sogenannten Kuhfuß, von hinten an seinen Opa herangetreten und habe bis zu 14-mal auf ihn eingeschlagen. Das Opfer sei wehr- und arglos gewesen, so das Gericht.

Mord nach Streit um Geld

Neben den Streitigkeiten um finanzielle Angelegenheiten habe es zwischen Großvater und Enkel zudem unterschiedliche Auffassungen über die Lebensführung gegeben. Der pensionierte Schulleiter habe von seinem Enkel erwartet, ein Studium abzuschließen, um ein gutes Einkommen zu erzielen. Der 26-Jährige habe jedoch mehrer Studiengänge abgebrochen und die Erwartungen seines Großvaters nicht erfüllen können.

Der Verurteilte gab laut Bericht der "Rheinischen Post"an, dass er nicht vorgehabt hätte, seinen Opa umzubringen. Er sei aber von dem pensionierten Lehrer beleidigt und herabgewürdigt worden: "Er hat Dinge gesagt, die ich von ihm noch nie gehört hatte." An die Tat selbst habe er kaum eine Erinnerung. Auch warum er seinen Großvater erschlagen habe, wisse er nicht mehr. "Ich habe ihn doch immer noch lieb", beteuerte er demnach im Prozessverlauf. Kurz vor der Tat soll der 26-jährige aus Soest einem Freund eine Kurznachricht geschickt haben: "Der (Opa) muss weg", so der Inhalt laut Anklageschrift.

DPA

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