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Mord an Abiturientin vor 29 Jahren: Angeklagter bestreitet die Tat

1981 wurde die Abiturientin Swantje in Niedersachsen mit 64 Messerstichen getötet. Neue DNA-Untersuchungsmethoden brachten die Polizei erst vor zwei Jahren auf die Spur eines heute 50-Jährigen. Doch der Angeklagte streitet alles ab.

Knapp 30 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der Abiturientin Swantje hat der Angeklagte im Mordprozess vor dem Landgericht Stade die Tat bestritten. Der 50-Jährige sei unschuldig, erklärte Verteidiger Horst Wesemann im Namen seines Mandanten am Donnerstag. Weitere Angaben wolle der Straßenbauarbeiter am ersten Verhandlungstag nicht machen. Der Mann soll in der Nacht zum 24. August 1981 die 21-Jährige im niedersächsischen Neuenkirchen mit 64 Messerstichen getötet haben. Die Polizei war 2008 mit Hilfe neuer DNA-Untersuchungsmethoden auf seine Spur gekommen.

Der genetische Fingerabdruck des Angeklagten sei am T-Shirt des Opfers gefunden worden, sagte Staatsanwalt Arne Wieben. Der 50-Jährige saß einige Monate in Untersuchungshaft. Nach Anklageerhebung Anfang 2009 wurde der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt. Dem Mann muss nach Angaben der Anklage Mord nachgewiesen werden, denn Totschlag verjährt nach 20 Jahren.

Am späten Abend des 23. August war Swantje zu einem Spaziergang aufgebrochen und nicht zurückgekehrt. Erst drei Tage später wurde ihre nackte Leiche in einem Wassergraben nahe eines Kohlfeldes gefunden. Ihre Kleidungsstücke lagen verstreut in der Nähe, außerdem ein Kinderschal und ein Seil. Mit einem der beiden Gegenstände soll die junge Frau vor der Messerattacke gewürgt worden sein. Die Tatwaffe wurde nie gefunden.

Tief bewegt schilderten Familienmitglieder des Opfers vor Gericht den letzten Tag in Swantjes Leben. Die heute 75 Jahre alte Mutter beschrieb ihre Tochter als ernsten, wissbegierigen und musikalischen Menschen. Der Verlust schmerze noch immer, sagte sie. "Ich glaube nicht, dass man darüber hinwegkommen kann."

DPA / DPA