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Mord an Berufsschullehrer: "Ich wollte mich für die Demütigung rächen"

Die Bluttat war lange geplant: Florian K. hat seinen früheren Berufsschullehrer mit mehreren Messerstichen getötet. Sein Motiv: Hänseleien seit der Grundschule. Offenbar hatte der 23-Jährige vor, noch mehr Menschen umzubringen.

Mit einem Geständnis des Angeklagten hat am Dienstag der Mordprozess um den gewaltsamen Tod eines Berufsschullehrers in Ludwigshafen begonnen. Der 23-Jährige räumte vor dem Landgericht Frankenthal ein, seinen früheren Lehrer in der Schule erstochen zu haben. Er habe vorgehabt, noch weitere Lehrer und den Schulleiter zu töten. "Ich wollte mich für die jahrelange Demütigung rächen."

Er sei vor Jahren an der Schule von anderen Schülern immer wieder gemobbt worden, sagte der Angeklagte. Er sei wegen seines Übergewichts bereits seit der Grundschule gehänselt und auch körperlich angegangen worden. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Lehrer da nie etwas gemerkt haben", betonte Florian K. Auf die Frage, was er heute fühle, wenn er an die Tat denke, zeigte der 23- Jährige keine Reue. Er frage sich aber schon, "ob eine solche Tat der richtige Schritt ist." Nach Angaben seiner Anwältin Gabriele Haas leidet der 23-Jährige an einer Persönlichkeitsstörung. "Er kann seine Gefühle nicht ausdrücken."

Es gab eine Art Todesliste

Der 23-Jährige hatte am 18. Februar einen 58 Jahre alten Lehrer aus Darmstadt mit mehreren Messerstichen getötet. Anschließend war er durch die Schule gezogen und hatte bengalische Feuer entzündet. Auf den Schulleiter schoss er mit einer Schreckschusspistole. Die Ermittler fanden bei dem jungen Mann zu Hause ein Arsenal von Schreckschusswaffen, Munition und Chemikalien. Außerdem hatte er eine Art Todesliste mit den Namen von Lehrern, Schülern, früheren Vorgesetzten und Mitarbeitern der Arbeitsagentur erstellt. Vor der Tat war er zuletzt in einer Fördermaßnahme der Arbeitsagentur.

Der 23-Jährige - ein fülliger, blasser Mann mit raspelkurzen Haaren - hatte zum Auftakt der Hauptverhandlung die Ausführungen des Staatsanwaltes bestätigt. Demnach lockte er seinen ehemaligen Lehrer unter einem Vorwand auf einen abgelegenen Flur der Schule. Der 58-Jährige habe ihm zu schlechte Noten gegeben, nannte der Angeklagte als weiteren Grund für die Tat. Danach sei er "ziellos" durch die Schule gezogen. Nach eigenen Angaben hatte er 2008 bereits Pläne für eine ähnliche Tat, diese dann aber wieder aufgegeben.

DPA / DPA
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?