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Mord an Elfjährigem: Ermittler im Fall Tobias machen schockierenden Fund

Elf Jahre war der Mord am damals elfjährigen Tobias aus Baden-Württemberg unaufgeklärt - bis die Polizei vergangene Woche zuschlug. Der stern recherchierte jetzt weitere, teilweise schockierende Details zum mutmaßlichen Mörder Rolf H.

Die Polizei hat auf dem Computer des mutmaßlichen Mörders des elfjährigen Tobias ein Bild des abgetrennten Geschlechtsteils des Jungen gefunden. Das berichtet der stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Unmittelbar nach diesem entscheidenden Fund hätten die Beamten sofort die Böblinger Sonderkommission informiert, die seit dem Jahr 2000 vergeblich nach dem Mörder des Jungen gesucht hatte.

Die Polizei war Rolf H. vergangene Woche auf die Spur gekommen, nachdem die Ermittler entdeckt hatten, dass er kinderpornografisches Material im Internet anbietet. Nun prüfen sie, ob er auch das Foto des abgetrennten Geschlechtsteils angeboten hat. Der Verdächtige hat mittlerweile gestanden, Tobias vor elf Jahren an einem Weiher bei Weil am Schönbuch ermordet zu haben. Nach Informationen des stern gab der Mann in den Vernehmungen an, er habe Tobias am See hinter die Hütte gelockt unter dem Vorwand, sein Mountainbike sei kaputt. Rolf H. habe Tobias dann aufgefordert, sich auszuziehen. Der Junge habe sich aber gewehrt und geschrien. In den Vernehmungen habe der Täter gesagt, im Kampf mit dem Jungen sei ein Messer auf den Boden gefallen. Er habe es wieder zu fassen bekommen und den Jungen dann erstochen.

Die Eltern von Tobias zeigen sich im Gespräch mit dem stern nach der Festnahme erleichtert, fordern aber weitere Ermittlungsarbeit: "Als am Mittwoch die Polizei anrief, kam alles wieder hoch, der ganze Schwall. Es war wie eine Befreiung", sagte Willi Dreher. „Alles muss aufgeklärt werden, jedes Detail. Das tut uns vielleicht weh, aber es muss raus, damit die Öffentlichkeit weiß, was das für ein Mensch ist, der so etwas tut.“

Der Vater von Rolf H. wehrt sich im stern gegen Gerüchte, er sei zu seinem Sohn besonders streng gewesen. "Ich habe Rolf nicht anders erzogen als seine Geschwister", sagte der Malermeister aus Sipplingen dem Magazin. Rolf H. hatte in den Vernehmungen angegeben, seine Eltern trügen keine Verantwortung für sein Tun.

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Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?