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Mord an Geliebter: Ägyptischer Millionär soll hingerichtet werden

Er galt als enger Vertrauter von Ägyptens Präsident Husni Mubarak, nun soll der Millionär Hisham Talaat Mustafa gehenkt werden. Der Großmufti stimmte dem Todesurteil gegen den Millionär zu, weil er seine Geliebte, die libanesische Popsängerin Suzan Tamim, aus Eifersucht ermorden ließ.

Einer der reichsten Immobilienhändler und Politiker der arabischen Welt soll wegen des Mordes an einer libanesischen Popsängerin hingerichtet werden. Das Strafericht in Kairo bestätigte am Donnerstag nach der Zustimmung des Großmuftis von Ägypten, Ali Gomaa, das Todesurteil gegen Hischam Talaat Mustafa. Auch der ehemalige Polizist, den er mit dem Mord an seiner Ex-Geliebten beauftragt hatte, soll gehenkt werden.

Der Prozess hat im ganzen Nahen Osten und in Ägypten, wo Mitglieder der Elite oft über dem Gesetz zu stehen scheinen, für großes Aufsehen gesorgt. Der Großgrundbesitzer Mustafa, der einst als enger Vertrauter von Ägyptens Präsident Husni Mubarak galt und auch schon für einen Kabinettsposten gehandelt wurde, soll die Ermordung seiner früheren Geliebten Suzanne Tamim im Juli vergangenen Jahres in Auftrag gegeben haben. Dem ehemaligen ägyptischen Polizeibeamten Mohsen al Sukkari soll er dafür zwei Millionen Dollar (1,4 Millionen Euro) gezahlt haben. Beide Angeklagten hatten in dem unter strengen Sicherheitsvorkehrungen geführten Prozess auf nicht schuldig plädiert. Ihre Verteidiger wollen nun binnen 60 Tagen Berufung gegen die Urteile einlegen.

Die 30-jährige Tamim wurde im Juli in einem Luxushotel in Dubai erstochen aufgefunden. Während des Verfahrens waren unter anderem Überwachungsvideos aus dem Wohnhaus der Sängerin gesichtet worden, auf denen der Mörder zu sehen war. Auch abgehörte Gespräche zwischen dem Millionär und dem Auftragskiller galten dem Gericht als Beweis. Die Berichterstattung über den Prozess war wegen des großen Aufsehens, den er verursachte, in Ägypten zwischenzeitlich verboten worden. Der Fall nahm dann auch eine politische Dimension an. Denn in Ägypten war in den vergangenen Monaten viel darüber spekuliert worden, ob eine so bekannte Persönlichkeit wie Mustafa tatsächlich hingerichtet würde oder ob ihn seine guten Beziehungen zu Entscheidungsträgern vielleicht vor dem Strang retten könnten.

Auftragsmord aus Eifersucht

Die Sängerin Tamim hatte 1996 bei der libanesischen Casting-Show "Studio Al Fann" gewonnen und war im Anschluss in der arabischen Welt ein großer Popstar geworden. Sie soll bei ihrem Tod 31 oder 33 Jahre alt gewesen sein. Tamims Privatleben war kompliziert. Eine Ehe mit dem Produzenten Adel Matuk war zerrüttet, nachdem dieser von ihr verlangt hatte, ihre Karriere aufzugeben und sich nur noch als Hausfrau zu betätigen. Obwohl Matuk im Libanon vor Gericht einen Beschluss erwirkte, nach dem Tamim als seine Ehefrau das Land nicht verlassen durfte, zog sie Ende 2007 nach Dubai. Dort lebte sie in ihrem Luxus-Appartement am Jachthafen. Kurz vor ihrem Tod soll sie einen irakischen Kick-Boxer geheiratet haben. Vor Gericht hieß es, die Eifersucht auf diesen Mann habe den Millionär Mustafa zu dem Auftragsmord verleitet.

AP/DPA / AP / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?