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Schleswig-Holstein: 35 Jahre nach dem Mord: Angeklagter gesteht

1982 wird eine Rentnerin umgebracht. Mehr als drei Jahrzehnte später steht ein Familienvater deshalb vor Gericht. Was er damals tat, sei für ihn heute "nicht mehr nachvollziehbar".

Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt

Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt

35 Jahre nach dem Tod einer Rentnerin in Schleswig-Holstein hat der Angeklagte in dem Mordprozess ein Geständnis abgelegt. Die 73-Jährige habe um Hilfe gerufen, "so dass ich in Panik geriet (...) und ihr ein Sofakissen auf das Gesicht drückte", hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme, die der Anwalt des 52-Jährigen am Dienstag vor dem Flensburger Landgericht vorlas.

Er habe eine "schlimme Phase" durchgemacht, viel Alkohol und Drogen konsumiert, hieß es weiter. Wohl unter dem Vorwand, telefonieren zu wollen, habe er geklingelt, um die Frau zu bestehlen. "Ich wollte nicht, dass sie stirbt." Dass er auch sexuelle Handlungen an dem Opfer vorgenommen haben soll, sei für ihn "nicht mehr nachvollziehbar". "Besonders vor dem Hintergrund, dass ich damals erst 17 war." Deswegen wird vor dem Jugendgericht und unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt.

Laut Staatsanwaltschaft überführte eine Spermaspur den Mann im Sommer 2016. Als ihm seine Schwester am Telefon von der DNA-Probe erzählte, die er bei der Polizei abgeben sollte, sei er in Richtung Frankreich gefahren, habe seiner Partnerin eine Abschiedsnachricht geschickt und das Handy ausgeschaltet. Kurze Zeit später nahmen ihn Polizisten in einem Saarbrücker Hotel fest. Seit 2012 hatten die Ermittler wieder intensiver an dem Fall gearbeitet und unter anderem mit einem Massen-Gentest nach dem Täter gefahndet.

Mord an Rentnerin: "Die Tat hat mich verfolgt"

Vor Gericht sagte der angeklagte Familienvater nun: "Mir ist das die ganzen Jahre nicht aus dem Kopf gegangen. (...) Auf der Arbeit, nach der Arbeit habe ich mich zulaufen lassen. Ich kam damit nicht fertig." Der 1986 wegen Tötung eines Siebenjährigen zu acht Jahren Jugendstrafe verurteilte Mann habe Angst gehabt, wegen der Tat aus dem Juni 1982 wieder ins Gefängnis zu müssen.

"Die Tat hat mich verfolgt. Ich habe Unrecht getan", sagte der Angeklagte. Die Vernehmung bei der Polizei sei befreiend gewesen. Was in der Wohnung der Rentnerin genau abgelaufen ist, daran konnte sich der Angeklagte dort und vor Gericht nicht mehr genau erinnern. Am Donnerstag soll der Prozess fortgesetzt werden.

tim / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?