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Freiburger Joggerin: Mutmaßlicher Doppelmörder kommt nur für eine Tat vor Gericht

Die Festnahme nach dem Mord an einer Joggerin bei Freiburg ist ein Erfolg für die Ermittler. Der Verdächtige soll außerdem eine Austauschstudentin in Österreich umgebracht haben. Der LKW-Fahrer wird aber nur wegen einer Tat vor Gericht stehen.

Die Trauer war groß nach dem Mord an der 27-jährigen Joggerin aus Endingen bei Freiburg (Archivbild)

Die Trauer war groß nach dem Mord an der 27-jährigen Joggerin aus Endingen bei Freiburg (Archivbild). Die juristische Aufarbeitung des Falls ist kompliziert.

Er hat zwei Frauen getötet - davon sind die Ermittler überzeugt. Und trotzdem wird er zunächst nur wegen eines Mordes vor dem Richter stehen. Nach der Festnahme des rumänischen LKW-Fahrers im Fall der vor rund einem haben Jahr bei Freiburg ermordeten Joggerin und der in Österreich getöteten französischen Austauschstudentin läuft die juristische Aufarbeitung der beiden Taten. Sie ist komplizierter als man vermuten würde.

Wahrscheinlich wird der 40-Jährige sich zunächst nicht für die Tat in Österreich vor rund drei Jahren vor Gericht verantworten müssen. Der Grund ist nachvollziehbar: Der Tatverdächtige ist Rumäne, das Opfer Französin und der Tatort in Alpenrepublik. Deutsche Behörden können nur ermitteln, wenn Opfer oder Täter Deutsche sind oder die Tat in Deutschland begangen wurde", erklärt Freiburgs Oberstaatsanwaltschaft Michael Mächtel dem stern.

Mord-Ermittlungen auch in Österreich

Dass der Mord in Österreich ungesühnt bleibt, ist dennoch unwahrscheinlich. Auch bei unseren Nachbarn laufen die Ermittlungen, die dortigen Behörden arbeiten eng mit den deutschen zusammen. Nach einem Urteil in Deutschland können die Ermittler südlich der Alpen ein Auslieferungsersuchen stellen und den 40-Jährigen ebenfalls vor Gericht bringen.

Ob auch rumänische oder französische Behörden die Auslieferung beantragen werden, ist noch nicht bekannt. Die genauen Modalitäten einer möglichen Auslieferung würden im Einzelfall geklärt, so die Staatsanwaltschaft. Dazu gehöre auch auch die Frage, wo der Verurteilte seine Strafe absitzen müsse.

Gute internationale Zusammenarbeit

Klar ist, dass der Mord an der Freiburger Studentin nicht völlig losgelöst von der Tat in Österreich verhandelt wird. "In dem Verfahren spielen natürlich auch die Indizien und Beweise aus dem Fall der ermordeten Austauschstudentin eine Rolle", sagt Mächtel. Auch sei die erfolgte Aufklärung der einen Tat ohne die andere nicht denkbar - ein Resultat der guten internationalen Zusammenarbeit. Nur verurteilt werden könne der LKW-Fahrer wegen dieser Tat eben hierzulande nicht.

Die Ermittler prüfen außerdem, ob der Rumäne noch weitere Morde begangen hat. "Wer zwei Mal so bestialisch mordet, dem ist freilich mehr zuzutrauen", so Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU). Die sichergestellten DNA-Spuren würden weiter analysiert und auch mit internationalen Datenbanken abgeglichen, sagte der Leiter der Kriminaltechnik im Landeskriminalamt, Andreas Stenger.


mit DPA