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Quickborn bei Hamburg Er wurde auf seinem Reiterhof erschossen – nun bittet die Polizei um Hinweise zu Andre Piontek

Andre Piontek wurde ermordet auf einem Reiterhof bei Quickborn gefunden
Andre Piontek wurde ermordet auf einem Reiterhof bei Quickborn gefunden
© Polizeidirektion Itzehoe, Emica Elvedji / Pixsell / Picture Alliance
Nach einem mysteriösen Mord auf einem Reiterhof in Quickborn bei Hamburg wendet sich die Polizei an die Öffentlichkeit. Sie bittet um Hinweise zu dem Opfer der Tat.

Elf Tage ist es her, dass eine Frau auf einem Reiterhof am Rande von Quickborn bei Hamburg einen erschossenen Mann entdeckt hat – und noch immer tappen die Ermittler im Dunkeln, wer hinter dem Mord steckt. Von einem Schützen fehlte und fehlt jede Spur.

Nun bittet die zuständige Polizeidirektion Itzehoe die Bevölkerung um Hinweise zu dem Mordopfer und hat dazu den Namen und Fotos des Mannes mit auffälligen Tätowierungen veröffentlicht.

Polizei bittet nach Mord in Quickborn um Hinweise

Bei dem Mann handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um den 44-jährigen Andre Piontek, er war der Besitzer des Reitstalls "Eulenhof", benannt nach dem Wappentier der 20.000-Einwohner-Stadt. Piontek hatte die Anlage erst im vergangenen Jahr erworben, berichtete das "Quickborner Tageblatt" im Januar, und er hatte offenbar viel vor mit dem Hof: Er sollte demnach umfangreich saniert und ausgebaut werden, unter anderem mit neuen Hallen, einer Galoppbahn und einem "Reiterstübchen" für die Tierhalter. Er habe sich mit dem Kauf einen Traum erfüllt, erzählte Piontek dem Zeitungsreporter. Allerdings seien auch Kosten entstanden, "mit denen ich nicht gerechnet habe".

Das war die eine Seite des Andre Piontek. Gab es noch eine andere? "Führt die Spur ins Rotlicht?", raunte unter anderem die "Bild"-Zeitung nach dem Mord. Darüber spekuliert man auch in Quickborn, wobei nicht mehr auszumachen ist, ob nicht der Zeitungsbericht erst Anlass für die Gerüchte war.

Das 44-jährige Mordopfer war der Polizei bekannt, weil er vor drei Jahren während des G20-Gipfels in Hamburg eine Flasche auf einen Polizisten geworfen haben soll. In den kommenden Wochen sollte ihm laut "Quickborner Tageblatt" eigentlich der Prozess gemacht werden.

Die Ermittler in Itzehoe wollten zu dem Vorleben Pionteks keine zusätzliche Auskunft geben. "Weitere Aussagen zum Stand der Ermittlungen können derzeit aus ermittlungstaktischen Erwägungen weder von der Staatsanwaltschaft noch von der Polizei gegeben werden", teilten die Beamten mit – denn der Täter läuft noch frei herum.

"Ermitteln in alle Richtungen"

Fest steht, dass Piontek in der Vergangenheit als Geschäftsmann tätig war, laut Handelsregister war er an mehreren Unternehmen beteiligt – jedoch ohne dass sich hieraus eine direkte Verbindung zum Rotlicht-Milieu ableiten lässt.

Die Polizei rückte nach dem mysteriösen Mord mehrfach zu dem weitläufigen, mehr als zehn Hektar großen Gelände neben der A7 in Quickborn aus, um Spuren zu sichern. Sie setzte unter anderem Hunde und einen Hubschrauber ein, befragte mögliche Zeugen, doch einen Tatverdächtigen gibt es bislang nicht. "Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse wird weiterhin in alle Richtungen ermittelt", teilten die Beamten mit. Es seien bereits erste Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, denen nachgegangen werde.

Wer Angaben zu Andre Piontek machen kann, ist aufgerufen sich unter der Telefonnummer (04821) 6020 an die Polizeidirektion Itzehoe zu wenden. Die Beamten sichern bei Bedarf auch Anonymität zu. Zusätzlich haben die Ermittler ein Hinweisportal im Internet geschaltet, über das Angaben übermittelt werden können

Quellen: Polizeidirektion Itzehoe (1), Polizeidirektion Itzehoe (2), Polizeidirektion Itzehoe (3), Polizeidirektion Itzehoe (4), Polizeidirektion Itzehoe (5), "Quickborner Tageblatt" (1), "Quickborner Tageblatt" (2)"Bild"-Zeitung

wue

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