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"Britain’s most wanted" Er mordete mit einem Teppichmesser, floh im Privatjet und narrte jahrelang Europol – Urteil

Urteil in London: "Britain’s most wanted" Shane O’Brien wird wegen Mordes verurteilt.


Die Jury im zentralen Strafgerichtshof Old Bailey befindet den zweifachen Vater nach nur 55 Minuten für schuldig.


Im Oktober 2015 tötet O’Brien den 21-jährigen Josh Hanson in einer Londoner Bar.


Mit einem Teppichmesser schneidet er dem Sozialarbeiter die Kehle durch.


Laut Polizeiangaben fügt der Täter seinem Opfer eine 37 Zentimeter lange, klaffende Wunde zu.


Laut eigener Aussage fühlte sich O’Brien durch Hansons "sehr aggressive Körpersprache" bedroht.


Er habe sein Opfer nur "erschrecken" und einen "Angriff vortäuschen" wollen.


"Aus tiefstem Herzen: Ich wollte ihn nicht mit der Klinge berühren." – Shane O’Brien


Nach der Bluttat kauft sich O’Brien zunächst neue Kleidung und einen Koffer.


"Man sollte erwarten, dass ein Mann in seiner Lage so schnell es geht seine Sachen packt und das Weite sucht." – Mordermittler Noel McHugh, Metropolitan Police


Zwei Tage später flieht der Mörder – Es folgt eine dreieinhalb Jahre andauernde Jagd durch ganz Europa.


Mit einem Privatjet verlässt O’Brien das Land.


Sein Ziel: die Niederlande. Ermittler gehen davon aus, dass seine Kontakte in der Drogenszene ihm bei der Flucht helfen.


"Die Tatsache, dass er so schnell einen Privatjet arrangieren kann, der ihn ohne Papiere außer Landes bringt, spricht Bände über seine kriminellen Verbindungen." – Mordermittler Noel McHugh, Metropolitan Police


Der Mann, der das Flugzeug chartert, wird später wegen des Importes von 100 Kilogramm Heroin und Kokain verurteilt.


Auch die Piloten werden wegen Drogenschmuggels schuldig gesprochen.


Während seiner Flucht verändert O’Brien sein Aussehen.


Er lässt sich lange Haare und einen Bart wachsen.


Außerdem lässt sich der Flüchtige ein Tattoo mit den Namen seiner Kinder überstechen.


Europol und Interpol setzen O’Brien auf die Liste der meist gesuchten Verbrecher.


O’Brien reist mit gefälschten Papieren durch Europa.


2017 wird er in Prag wegen Körperverletzung verhaftet – allerdings unter falschem Namen. O’Brien kommt auf Kaution frei und flieht erneut.


Im März 2019 endet die Jagd: Der Verbrecher wird in Rumänien verhaftet und nach Großbritannien überführt – wo er sich vor Gericht für den Mord an Josh Hanson verantworten muss.


"Der Mord an Josh hat uns vollkommen zerbrochen, ohne Chance auf Heilung, weil er uns auf die schrecklichste Art überhaupt genommen wurde – plötzlich, abrupt, bösartig und gewaltsam." – Tracey Hanso, Mutter des Opfers


Die Verkündung des Strafmaßes wird Mitte Oktober 2019 erwartet.
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2015 erschüttert ein grausames Verbrechen London. Einem jungen Mann wird in einer Bar die Kehle durchgeschnitten. Der Täter flieht im Anschluss mit einem Privatjet in die Niederlande. Der Start einer mehrjährigen, europaweiten Fahndung.

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