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Mord-Prozess: Spectors "Geständnis" gilt als Beweis

Der Pop-Produzent Phil Spector steht demnächst wegen Mordes vor Gericht. Schon vor Prozessbeginn hat er eine Niederlage erlitten: Ein angebliches Geständnis von ihm, wurde als Beweismittel zugelassen.

Phil Spectors Musik kennt jeder, doch sein Name ist für große Teile der Öffentlichkeit unbekannt. Der Pop-Produzent hat mit Musikgrößen wie Elvis Presley, Tina Turner und den Beatles zusammengearbeitet und Hits wie "Be My Baby" und "Chapel Of Love" geschrieben. Im Februar 2003 wurde die Produzentenlegende wegen Mordes festgenommen, bald steht sein Prozess bevor.

Bereits vor Beginn der Verhandlung hat der 65-Jährige eine Niederlage erlitten. Ein Richter in Los Angeles hat entschieden, dass umstrittene Aussagen des Angeklagten als Beweismittel während des Verfahrens zulässig seien.

Der Produzent soll laut Anklage während eines Streits in seiner Villa die Schauspielerin Lana Clarkson erschossen haben. Nach Polizeiangaben habe Spector in der Tatnacht erklärt, das es ein Unfall war und er die Frau nicht töten wollte.

Spectors Anwälte wollten diese angebliche Aussage vor Prozessbeginn streichen lassen. Sie sei unter Druck entstanden und daher nicht zulässig. Sein Mandant sei von der Polizei "geschlagen" worden, wird Spectors Anwalt Bruce Cutler von der "Los Angeles Times" zitiert. Außerdem habe der Produzent damals seine Medikamente nicht eingenommen und unter Entzugserscheinungen und Vergesslichkeit gelitten.

Spector, der sich nach einer Kautionszahlung in Höhe von einer Million Dollar auf freiem Fuß befindet, hat wiederholt seine Unschuld beteuert. Seinen Angaben zufolge hat die Schauspielerin den Lauf einer Pistole in den Mund genommen und sich selbst erschossen. Sein Chauffeur gab der Polizei zu Protokoll, Spector sei mit einer Waffe in der Hand aus dem Haus gelaufen und habe zugegeben, jemanden getötet zu haben. Der Prozess soll nach mehreren Verzögerungen nun Ende Januar oder im April 2006 beginnen.

DPA / DPA