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Mordanklage im NSU-Prozess: Zschäpe verweigert psychiatrische Untersuchung

NSU-Mitglied Beate Zschäpe hat die Untersuchung durch den renommierten Gerichtspsychiater Saß abgelehnt. Nun muss der Wissenschaftler nach Aktenlage prüfen, ob eine Sicherungsverwahrung möglich ist.

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe lehnt eine Untersuchung durch einen psychiatrischen Gutachter ab. Das sagte ihr Anwalt Wolfgang Stahl und bestätigte damit einen Bericht des NDR-Magazins "Panorama". Ein Angeklagter müsse nicht selbst zu seiner möglichen Belastung beitragen. Zschäpes Verteidiger hätten dies dem Oberlandesgericht (OLG) München mitgeteilt. Der Gerichtspsychiater Henning Saß vom Uniklinikum Aachen sollte auf Verfügung des OLG herausfinden, ob die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung von Zschäpe bestehen.

Zschäpe, die bisher noch keine Aussage gemacht hat, verweigerte ein Gespräch mit dem renommierten Psychiater. Für ein Gutachten müsste Saß sich nun auf Ermittlungsakten, Zeugenaussagen oder Dokumente beschränken.

Zschäpe ist als Mittäterin an den Morden der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund angeklagt. Die Hauptverhandlung gegen die 37-Jährige sowie vier mutmaßliche Helfer und Unterstützer der Terrorgruppe solle bis spätestens Mitte April beginnen. Die Bundesanwaltschaft wirft der 37-jährigen Hauptbeschuldigten Zschäpe Mittäterschaft bei zehn Morden, 15 Raubüberfällen sowie Bildung einer terroristischen Vereinigung und schwere Brandstiftung mit Mordversuch vor. Im Januar will das Gericht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

lin/DPA / DPA