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Mordfall Corinna: Peter S. muss für immer hinter Gitter

Er hatte die neunjährige Corinna aus Eilenburg sexuell missbraucht, getötet und ihre Leiche in einen Wassergraben geworfen: Acht Monate nach der Tat hat das Leipziger Landgericht Peter S. jetzt zur Höchststrafe verurteilt.

Wegen Mordes an der neunjährigen Corinna aus dem nordsächsischen Eilenburg hat das Leipziger Landgericht den 39-jährigen Lutz Peter S. zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Zudem stellte das Gericht am Mittwoch die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine Entlassung auf Bewährung nach 15 Jahren nicht möglich.

Peter S. hatte das Mädchen im Juli vergangenen Jahres auf sein Gartengrundstück gelockt, dort im Bauwagen sexuell missbraucht und getötet. Anschließend warf er die Leiche des Kindes in einen Nebenarm des Flusses Mulde. Der arbeitslose Alkoholiker hatte die Tat im Prozess gestanden.

Angeklagter gibt persönliche Erklärung ab

Das Gericht gab mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft und der Anwältin von Corinnas Mutter statt. Auch der Verteidiger von Peter S. hatte in seinem Plädoyer das Tatgeschehen als Mord eingestuft und sich der Forderung nach lebenslänglich angeschlossen. Allerdings war er der Ansicht, dass die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld nicht zu rechtfertigen wäre.

Der Angeklagte selbst hatte am vorletzten Verhandlungstag in einer persönlichen Erklärung beteuert, er bedaure das Verbrechen zutiefst. Er wisse nicht, wie er der Mutter des Kindes erklären könne, wie leid es ihm tue und wie sehr er die Tat bereue. Er habe einfach nicht den Mut dazu. Laut dem Urteil muss er auch 50.000 Euro Schmerzensgeld an die Mutter des Kindes zahlen.

DPA/AP/AFP / AP / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?