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Landgericht Mönchengladbach Dreijährige Greta in Kita ermordet – Höchststrafe für Erzieherin Sandra M.

Die verurteilte frühere Erzieherin von Greta einer Viersener Kita im November im Landgericht Mönchengladbach
Die verurteilte frühere Erzieherin von Greta einer Viersener Kita im November im Landgericht Mönchengladbach
© Rolf Vennenbernd / DPA
Das Landgericht Mönchengladbach hat eine 25-jähirger Erzieherin wegen Mordes an der dreijährigen Greta verurteilt. Laut Urteilsspruch tötete sie das Kind vor elf Monaten in einer Viersener Kita.

Höchststrafe am Mönchengladbacher Landgericht: Die Richter verurteilten eine 25-jährige Erzieherin wegen Mordes an der dreijährigen Greta laut Nachrichtenagentur AFP zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe. In ihrem Urteil stellten die Richter zudem die besondere Schwere der Schuld fest, womit eine vorzeitige Haftentlassung weitestgehend ausgeschlossen wird. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Sandra M. das Mädchen vor rund elf Monaten in einer Viersener Kita zu Tode misshandelt hat.

Laut Anklage hat sie den Brustkorb des kleinen Mädchens während des Mittagsschlafes derart zusammengedrückt, dass es nicht mehr atmen konnte. Trotz Reanimation durch einen Notarzt starb Greta zwei Wochen nach dem Vorfall im Krankenhaus, einen Tag nach ihrem dritten Geburtstag.

Die Staatsanwaltschaft vermutete als Motiv, dass die Erzieherin das Kind in Gefahr brachte, um sich als Retterin zu profilieren. Bereits an vorherigen Arbeitsplätzen hatte die Frau Kinder auf ähnliche Weise schwer verletzt. Sie hatte jeweils selbst Alarm geschlagen, wenn die Kinder Atemnot hatten, oder gar nicht mehr atmeten. Acht solcher Fälle führte die Anklage auf, es ging um den Vorwurf der Misshandlung von Schutzbefohlenen. Das Gericht sprach sie in zwei davon schuldig.

Mörderin von Greta aus Viersen voll schuldfähig

Die Verurteilte nahm das Urteil nach dem Indizienprozess laut RTL zufolge stöhnend zur Kenntnis. Während der Richter sprach, weinte sie. Sie hatte im Prozessverlauf die Taten bestritten.

Das Gericht führte demnach drei Gründe für die Verurteilung an: Es habe keine medizinische Erklärung für Gretas plötzlichen Tod gegeben. Außerdem habe es immer wieder Taten in ähnlichen Situationen gegeben. Und stets habe die Angeklagte Dienst und alleinigen Zugang zu Kindern gehabt.

Die besondere Schwere der Schuld sei festgestellt worden, weil die Sandra M. den Mord in einem besonders geschützten Raum begangen hat. "Die Angeklagte war im Dienst und hatte – allein und ungestört – Zugriffsmöglichkeit auf die Kinder", sagte der Vorsitzende Richter Lothar Beckers in der mündlichen Urteilsbegründung.

Eine psychiatrische Gutachterin hatte M. im Prozessverlauf volle Schuldfähigkeit bescheinigt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mehrfach aktualisiert.

Quellen: RTL, Nachrichtenagenturen DPA und AFP

wue

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