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Mordfall Lena aus Emden: Staatsanwaltschaft klagt mutmaßlichen Täter an

Weil er die elfjährige Lena aus Emden vergewaltigt und getötet haben soll, droht einem 18-Jährigen lebenslange Haft. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage. Dem Mann wird eine weitere Tag angelastet.

Vier Monate nach dem Mord an der elfjährigen Lena in einem Parkhaus in Emden hat die Staatsanwaltschaft Aurich Anklage wegen Mordes gegen einen Verdächtigen erhoben. Der 18-Jährige soll das Mädchen am 24. März vergewaltigt und ermordet haben, teilte Oberstaatsanwalt Klaus Visser am Freitag mit. Der Mann aus Nordrhein-Westfalen wohnte zuletzt in Emden in Ostfriesland und ist seit 1. April in Untersuchungshaft. Er soll zudem Ende 2011 versucht haben, eine Joggerin in den Emder Wallanlagen zu vergewaltigen. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest, das Landgericht Aurich hat noch nicht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden.

Konkrete Angaben zu der Tat in einem Parkhaus in Sichtweite der Emder Polizeistation wollte die Staatsanwaltschaft aus Gründen des Opferschutzes nicht machen. Auch über die Tatwaffe wurde bisher nichts bekannt. Der Angeschuldigte sei nach genauen Zeugenangaben und durch einen DNA-Abgleich mit Spuren von beiden Tatorten als dringend tatverdächtig überführt worden.

Dem 18-Jährigen droht eine lebenslange Freiheitsstrafe

Bei der versuchten Vergewaltigung soll der Verdächtige die junge Joggerin von hinten angegriffen, zu Boden gestreckt und gewürgt haben. Einer Vergewaltigung entkam sie durch heftige Gegenwehr, sie konnte verletzt fliehen.

Bei einer Verurteilung droht dem Mann bei Anwendung des Jugendrechts eine Strafe von maximal zehn Jahren, bei Anwendung des Erwachsenenstrafrechts eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Die Ermittlungen über die Rolle der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Aschendorf dauern noch an. Dort hatte der 18-Jährige vor dem Mord eine Therapie regulär beendet. Gegen den Leiter der psychiatrischen Einrichtung liegt eine Strafanzeige vor. Nach Ermittlungspannen bei der Suche nach Lenas Mörder laufen zudem Disziplinarverfahren gegen mehrere Polizisten.

lin/DPA / DPA