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Mordfall Maria Bögerl Massengentest bei 3000 Männern geplant


Seit dreieinhalb Jahren gibt der Mord an Maria Bögerl Rätsel auf. Jetzt nimmt die Polizei einen neuen Anlauf, den Fall zu lösen. 3000 Männer zwischen 22 und 69 Jahren sollen Speichelproben abgeben.

Auf der Suche nach den Mördern von Bankiersgattin Maria Bögerl soll ein groß angelegter DNA-Massentest den Ermittlern helfen. Ab Mitte Februar werden in einer Gemeinde nahe Heidenheim mehr als 3000 Menschen aufgefordert, eine Speichelprobe abzugeben. Dies werde zunächst auf freiwilliger Basis geschehen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ellwangen.

Aufgerufen sind Männer, die heute zwischen 22 und 69 Jahre alt sind, zur Tatzeit demnach zwischen 18 und 65 Jahre alt waren. Falls bei einzelnen Personen Verdachtsgründe vorliegen, könnten diese zu einem Test gezwungen werden. Die "Heidenheimer Zeitung" sowie der SWR hatten zuerst über das Vorgehen der Ermittler berichtet.

3000 Freiwillige haben schon Proben abgegeben

Im Laufe der Ermittlungen war bereits mehrfach ein Massengentest in Erwägung gezogen worden. Bisher war es aber nicht gelungen, den Personenkreis so weit einzugrenzen, dass ein Richter einem groß angelegten DNA-Test zustimmte.

Nun hat das Amtsgericht Ellwangen die DNA-Reihenuntersuchung angeordnet. "Aufgrund der weiteren Ermittlungen konnte der infrage kommende Personenkreis bestimmt werden", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Rund 3000 Männer haben seit Juni 2010 bereits freiwillig Speichelproben abgegeben.

Vorwürfe gegen die Ermittler

Die 54-jährige Bögerl war am 12. Mai 2010 aus dem Haus ihrer Familie in Heidenheim entführt und knapp drei Wochen später erstochen in einem Wald gefunden worden. Ein bis heute unbekannter Täter hatte sich nach der Entführung telefonisch gemeldet und 300.000 Euro Lösegeld gefordert. Die Geldübergabe scheiterte allerdings. Im Auto der Frau hatte die Polizei DNA-Spuren entdeckt, die bislang nicht zugeordnet werden konnten. Der Fall hatte deutschlandweit Schlagzeilen gemacht. Von den Tätern fehlt bis heute jede Spur.

Bis heute gibt der Kriminalfall viele Rätsel auf. Die Kinder des Ehepaars Bögerl warfen den Ermittlern in der Vergangenheit auch Schlamperei vor. Der zwischenzeitlich fälschlich unter Verdacht geratene Ehemann nahm sich gut ein Jahr nach dem Mord das Leben.

amt/DPA/AFP DPA

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