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Mordfall: Schülerin nach Discobesuch erschlagen

Eine 17 Jahre alte Schülerin ist im niedersächsischen Asche Opfer eines Gewaltverbrechens geworden: Laut Obduktion soll die Jugendliche "durch massive Gewalt gegen den Kopf" gestorben sein - ein Sturz sei als Todesursache auszuschließen. Die Polizei hat bereits einen Verdächtigen festgenommen.

Ein 18-Jähriger soll eine Schülerin nach einem Disco-Abend im niedersächsischen Hardegsen erschlagen haben. Die Polizei habe den Arbeitslosen unter dringendem Tatverdacht festgenommen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Die 17-jährige Denise hatte am Samstagabend eine Disco-Party im Dorfgemeinschaftshaus des Ortsteils Asche besucht. Am Sonntagmorgen fand ein Anwohner ihre Leiche vor einem Kellereingang.

Weil ihre Jacke mit einem Personalausweis nach der Feier als einzige übrig geblieben war, konnte sie schnell identifiziert werden, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Die eigens eingerichtete 25-köpfige Mordkommission begann umgehend mit der Befragung von Besuchern der Disco-Veranstaltung. "Viele haben gesagt, der Beschuldigte und das Opfer seien gegen Mitternacht zusammen rausgegangen", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Andreas Buick. Bei der anschließenden Durchsuchung des elterlichen Hauses des jungen Mannes seien Turnschuhe gefunden worden, die frisch gewaschen waren. Das Profil der Schuhe stimmt laut Anklagebehörde mit dem überein, das am Tatort gefunden worden wurde. Außerdem sei im Haus Blut gefunden worden, wobei noch geklärt werden müsse, ob es vom Opfer oder dem Beschuldigten stamme. Dieser habe Verletzungen im Gesicht und an den Händen, die Kratzspuren sein könnten, sagte Buick.

Beschuldigter will Opfer kaum gekannt haben

Der junge Mann habe jedoch ausgesagt, in einen Dornenbusch gefallen zu sein. Näheres müsse nun die rechtsmedizinische Untersuchung der Wunden sowie eine DNA-Untersuchung beim Landeskriminalamt bringen. Dieses untersucht laut Buick derzeit, ob sich Hautpartikel des Beschuldigten unter den Fingernägeln des Opfers befinden. Der Beschuldigte sagte laut Staatsanwaltschaft, er habe das Opfer nur vom Sehen gekannt. Er sei nicht mit ihr von der Party gegangen und habe mit der Tat nichts zu tun. Der Festgenommene sollte noch am Nachmittag dem zuständigen Haftrichter vorgeführt werden. Zum Tatwerkzeug wollten die Ermittler keine Angaben machen. Auch das Motiv war noch offen. "Es gibt keine Anzeichen für ein Sexualdelikt und keine Anzeichen für Raub", sagte Buick.

Die Obduktion hatte ergeben, dass die aus dem benachbarten Gladebeck stammende Denise durch "massive stumpfe Gewalt gegen den Kopf" gestorben ist. Den Untersuchungen zufolge starb die Jugendliche am frühen Sonntagmorgen. Ein Sturz als Todesursache sei auszuschließen. Denise hatte am Abend im Dorfgemeinschaftshaus zusammen mit mehr als 100 anderen jungen Leuten aus der Umgebung gefeiert.

DPA/AP / AP / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?