HOME

Mordprozess el-Sherbini: Ausländerbeauftragte Böhmer ruft zu Besonnenheit

Die Ausländerbeauftragte des Bundes, Maria Böhmer (CDU), hat dazu aufgerufen, das Verfahren um den Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini mit Ruhe und Besonnenheit zu verfolgen.

Die Ausländerbeauftragte des Bundes, Maria Böhmer (CDU), hat dazu aufgerufen, das Verfahren um den Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini mit Ruhe und Besonnenheit zu verfolgen. "Die schreckliche Tat hat in Deutschland und Ägypten sowie in weiten Teilen der arabischen Welt Trauer und Entsetzen ausgelöst.

Millionen Menschen verfolgen den Prozess mit großer Aufmerksamkeit", erklärte sie am Montag laut einer Mitteilung in Berlin. Umso wichtiger sei es jetzt, auf die Unabhängigkeit der deutschen Justiz zu vertrauen und diese zu respektieren. "Auch mich hat die Mordtat fassungslos gemacht. Sie hat gezeigt: Wir müssen tagtäglich mit ganzer Kraft für ein friedliches Zusammenleben und gegen Gewalt und Rassismus eintreten", sagte Böhmer und versprach, den Witwer und die Angehörigen von Marwa El-Sherbini weiter zu begleiten. "Sie sind nicht auf sich alleine gestellt."

Ein Mann hatte die schwangere El-Sherbini (31) am 1. Juli mitten in einem Prozess am Landgericht Dresden erstochen, ihr Ehemann wurde schwer verletzt. Als Motiv wird Ausländerhass angenommen. Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte am Montag. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hatte zuvor ein klares Signal der Politik verlangt. Der Mord an El-Sherbini habe das Verhältnis der Deutschen zur arabischen und islamischen Welt sehr getrübt, sagte der Zentralratspräsident Ayyub Axel Köhler, in einem dpa-Gespräch. "Deutschlands Ruf hat sehr gelitten. Die Politik verdrängt die Islamfeindlichkeit, sie verdrängt die Folgen solcher Erscheinungen."

DPA / DPA