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Mordprozess gegen Pistorius: Nachbarn bestätigen lauten Streit

Ein TV-Sender veröffentlicht unerlaubt das Bild einer Zeugin, die Übersetzungsprobleme reißen nicht ab: Der zweite Prozesstag im Fall Oscar Pistorius bot Kurioses, hatte aber auch erhellende Momente.

+++ 14.27 Uhr: Zweiter Prozesstag beendet +++

Charl Johnson, der in Oscar Pistorius' Nachbarschaft wohnt, muss nicht mehr ins Kreuzverhör, der zweite Tag vor Gericht ist beendet. Wieder gab es Probleme bei der Übersetzung wichtiger Details, berichten Journalisten und Prozessbeobachter. Für einen Skandal sorgte ein Fernsehsender, der entgegen der ausdrücklichen Anordnung des Gerichts das Foto einer Zeugin veröffentlichte. Wie am ersten Tag nahmen mehrere Familienmitglieder von Pistorius im Publikum Platz. Drei Nachbarn sagten aus, sie hätten einen Streit gehört und anschließend Schüsse. Eine Zeugin war sich jedoch nicht sicher, ob alle lauten Knallgeräusche Schüsse waren.

Die Verteidigung ist der Ansicht, dass Pistorius mit einem Cricketschläger gegen eine Tür geschlagen habe, als er merkte, dass er nicht auf einen Einbrecher geschossen hatte.

+++ 14.22 Uhr: Fünf oder sechs Schüsse +++

Vieles, was Charl Johnson sagt, bestätigt die Aussage seiner Frau Michelle Burger. Ein Detail in seiner Aussage scheint dennoch interessant: Johnson gibt entgegen den bisherigen Zeugenaussagen an, nach dem Streit fünf oder sechs Schüsse gehört zu haben. Nach dem ersten Schuss habe es eine lange Pause gegeben, die übrigen seien kurz nacheinander abgefeuert worden.

+++ 13.58 Uhr: Opposition wittert Wahlkampfthema +++

Justizexpertin Debbie Schafer von der Oppositionspartei Democratic Alliance (DA) hat aufgrund der Übersetzungsprobleme während der Verhandlung im Fall Oscar Pistorius die Regierung aufgefordert, für gut ausgebildete Übersetzer an den Gerichten des Landes zu sorgen. "Es ist traumatisch genug für Zeugen, eine Aussage zu machen", schrieb Schafer auf der Website der Partei, "dass sie ihre eigenen Aussagen übersetzen müssen oder in einer anderen Sprache als ihrer Muttersprach geben müssen, ist unverzeihlich." Die Justizbehörde müsse dringend Abhilfe schaffen, so Schafer. Im Mai gibt es in Südafrika Parlamentswahlen.

+++ 13.22 Uhr: Zeugin zwei ist durch +++

Etwa 20 Minuten dauerte das Kreuzverhör von Pistorius' Nachbarin Estelle van der Merwe durch Verteidiger Barry Roux. Noch immer scheint nicht eindeutig geklärt, ob Steenkamp nach dem letzten Schuss schrie oder ob Pistorius weinte und ob das letzte laute Geräusch überhaupt ein Schuss war.

Als nächster Zeuge betritt Charl Johnson in den Zeugenstand. Er ist der Ehemann von Michelle Burger, der ersten Zeugin.

+++ 12.00 Uhr: Die nähere Nachbarin +++

Nachbarin Estelle van der Merwe sagt, sie habe vier Schüsse gehört, danach Tumult. Dann habe jemand geweint: "Mein Ehemann sagte mir, es war Oscar. Es klang wie eine Frau." Ihr Mann habe dann die Wachleute gerufen.

Im Gerichtssaal werden Bilder des Viertels gezeigt. Ein Journalist schätzt, dass van der Merwe etwa 85 Meter von Pistorius entfernt wohnt, viel näher als Michelle Burger.

Der Prozess wird zum Mittagessen unterbrochen.

+++ 11.43 Uhr: Ist "Plop" gleich "Bang"? +++

Mit Estelle van der Merwe ruft die Anklage eine weitere Nachbarin aus dem noblen Wohnviertel in Silver Lakes bei Pretoria auf. Wieder dürfen keine Bilder der Zeugin gezeigt werden. van der Merwe will in Afrikaans sprechen. Der Übersetzer ist nicht derselbe wie am Vortag.

Die Zeugin sagt, sie wohne gegenüber des Tatorts. Vor dem Todesfall habe sie Oscar Pistorius nicht gekannt. An dem Abend sei sie um 1.56 Uhr in der Nacht durch einen lauten Streit aufgewacht, der etwa eine Stunde lang andauerte. Die Zeugin ist überaus nervös und muss von der Richterin beruhigt werden.

Van der Merwe spricht weiter. Mit einem Kissen auf dem Kopf sei sie wieder eingeschlafen. "Gegen drei Uhr habe ich Schüsse" gehört.

Sofort entbrennt eine Diskussion darüber, ob der Übersetzer richtig ins Englische übersetzt hat. Waren es "gunshoots"?

Die Zeugin beschreibt das Geräusch schüchtern und mit schwacher Stimme als "plop". Der Übersetzer spricht laut und deutlich von "bang".

+++ 11.23 Uhr: Michelle Burger verlässt Zeugenstand +++

Staatsanwalt Gerrie Nel lässt Michelle Burger erneut beschreiben, was sie an dem Abend gehört hat, als Reeva Steenkamp erschossen wurde. Sie wiederholt ihre Aussage. Nel fordert Burger auf, den Rhythmus der Schüsse nachzustellen. Dabei bricht sie in Tränen aus.

Richterin Thokozile Masipa entlässt Burger aus dem Zeugenstand.

Es stellt sich die Frage, wie in diesem Tempo an 15 Verhandlungstagen weitere 106 vernommen werden sollen?

+++ 11.20 Uhr: Doch ein Unentschieden? +++

Verteidiger Roux fasst seine Erkenntnisse aus dem Kreuzverhör zusammen: Zeugin Michelle Burger habe Pistorius' Weinen für Schreie von Reeva Steenkamp gehalten. Was sie für die letzten Schüsse nach langen Pausen hielt, sollen in Wahrheit Schläge mit einem Cricketschläger gegen die Toilettentür gewesen sein.

Die Journalisten vor Ort sind jetzt doch gespalten. Einige finden, Burger blieb standhaft, andere meinen, Roux hat mit seiner beinahe endlosen Reihung der immergleichen Fragen schlussendlich doch einen Erfolg erzielen können. Twitter-User sind von Burger beeindruckt. Wichtig ist aber, was Richterin Thokozile Masipa und ihre Beisitzer denken.

Die Anklage darf nun noch einmal fragen.

+++ 10.55 Uhr: Verteidiger stellt Hörvermögen der Zeugin infrage +++

Die Pause ist vorbei und seit einer Viertelstunde diskutieren Verteidiger Barry Roux und Zeugin Michelle Burger über den akustischen Unterschied zwischen einem Pistolenschuss und dem Geräusch, wenn man mit einem Cricketschläger auf eine geschlossene Tür eindrischt.

Nun scheint Roux aber eines herausgestellt zu haben: Dass Burger behauptet, sie habe sowohl einen Mann als auch eine Frau nach Hilfe rufen hören, ergebe keinen Sinn. Warum sollte jemand nach Hilfe schreien, der gerade seine Freundin erschießt?

Die Zeugin fühlt sich getäuscht. Einspruch der Anklage. Richterin gibt statt. Einige Journalisten sehen einen kleinen, aber greifbaren Sieg für Roux.

+++ 10.34 Uhr: Warnung an Medien +++

Schon am Morgen kündigte Richterin Thokozile Masipa an, hart durchgreifen zu wollen, falls sich die Medien nicht an die Spielregeln halten würden. Die unerlaubte Veröffentlichung eines Fotos von Zeugin Michelle Burger durch einen Fernsehsender soll nun untersucht werden.

+++ 10.26 Uhr: Starke Zeugin, schwacher Anwalt +++

Mittlerweile ist wohl halb Südafrika von der Toilette zurück, Twitter läuft heiß, Journalistin und Internet-User fragen sich, was Verteidiger Barry Roux noch fragen kann. Viele sehen ihn als klaren Verlierer im Frage-Antwort-Duell mit Nachbarin Michelle Burger.

Aber selbst wenn die Verteidigung das Kreuzverhör jetzt beenden sollte, 106 Menschen stehen noch auf der Zeugenliste.

+++ 10.15 Uhr: "Time for tea" +++

Oscar Pistorius bekommt einen Zettel von seiner Familie zugesteckt. Kurz darauf ordnet das Gericht eine Pause an. Zeit für "Tea" und einen Snack. Die südafrikanische Twittersphere diskutiert unterdessen über die "stählernen Nerven" von Zeugin Michelle Burger. Pistorius Anwalt kommt hingegen nicht so gut weg: Was Barry Roux unter Fakten verstehe, seien eigentlich gar keine, schreiben einige.

Da kein Übersetzer anwesend ist, scheint die Zeugin sich genötigt zu fühlen, parallel Afrikaans und Englisch zu sprechen. Das Sprachenchaos geht weiter.

+++ 9.42 Uhr: Burger bleibt standhaft +++

Auch nach der wahrscheinlich zehnten Nachfrage bleibt Nachbarin Michelle Burger dabei: "Ich habe sie während der Schüsse immer noch schreien hören." Zuletzt habe sie nach dem letzten Schuss Frauenschreie gehört.

Verteidiger Barry Roux erhöht den Druck: "Sie hatten die Möglichkeit die zunehmende emotionale Tiefe und ihre [Reeva Steenkamps] Angst zu hören, aus 177 Meter Entfernung?"

Burger kontert, das Fenster sei offen gewesen und die Klimaanlage ausgeschaltet.

Roux nutzt diese Antwort, um der Zeugin vorzuwerfen, sie würde schamlos übertreiben.

+++ 9.28 Uhr: Erster Skandal am zweiten Prozesstag +++

Auch am zweiten Tag erlebt der Pistorius-Prozess einen neuen kleinen Skandal: Staatsanwalt Gerrie Nel bittet Richterin Thokozile Masipa um eine Unterbrechung der Verhandlung. Entgegen der ausdrücklichen Anweisung, dass keine Bilder der Zeugin Michelle Burger veröffentlicht werden sollen, tat ein Fernsehsender das doch. Während Burgers Aussage ist die Fernsehübertragung unterbrochen, nur ihre Stimme wird übertragen.

Die Zeugenaussage findet heute von vornherein auf Englisch statt und nicht in Afrikaans. Nach dem Übersetzungsdesaster gestern eine weise Entscheidung.

+++ 9.10 Uhr: Kreuzverhör geht weiter +++

Der zweite Tag im Mordprozess gegen Sprintstar Oscar Pistorius beginnt, wie der erste aufgehört hat. Barry Roux, Chefverteidiger im Anwaltsteam von Pistorius, nimmt Nachbarin Michelle Burger weiterhin ins Kreuzverhör. Dabei wiederholt Roux seine Fragen "zum achten Mal", wie er selbst sagt. Die Anklage erhebt Einspruch: "Wie soll die Zeugin sonst antworten?"

ono
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(