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Mordprozess in Perugia: Vater von Amanda Knox erhebt schwere Vorwürfe

Amanda Knox - der "Engel mit den Eisaugen" - ist wegen Mordes an einer britischen Austauschstudentin zu 26 Jahren Haft verurteilt worden. Ihr Vater sieht die Entscheidung schlicht als "Fehlurteil des italienischen Justizsystems".

Der Vater der in Perugia zu 26 Jahren Haft verurteilten Amerikanerin Amanda Knox hat schwere Vorwürfe gegen die italienische Justiz erhoben. "Das ist schlichtweg ein Fehlurteil des italienischen Justizsystems", sagte Curt Knox dem US-Fernsehsender ABC. Es handele sich darüber hinaus um ein "Versagen der Stadt Perugia (...) und Italiens als Ganzes". Er frage sich, wie die Richter und die Geschworenen nach dem, was im Gerichtssaal an Indizien vorgelegt wurde, zu einem solchen Schuldspruch kommen konnten.

Amerikanische TV-Sender berichteten in großer Aufmachung über das Urteil. Immer wieder wurde offen oder zwischen den Zeilen Zweifel an der Unparteilichkeit des Gerichts und der italienischen Justiz geäußert. Kritisiert wurde etwa eine "Vorverurteilung" durch italienische Medien. Diese hätten sich langatmig über das freie Sexualleben der Verurteilten ausgelassen und damit ihrem Ansehen bei Richtern und Geschworenen schwer geschadet.

Eine Kommentatorin beim TV-Sender CNN meinte, wer in Italien über Geld und Einfluss verfügt, habe gute Chancen, von Richtern milde behandelt zu werden. Andere Medien meinten, die Indizien seien nicht eindeutig gewesen und ließen erheblichen Zweifel an der Schuld der US-Studentin zu.

Die 22-jährige Amerikanerin Amanda Knox war schuldig gesprochen worden, ihre 22-jährige britische Kommilitonin Meredith Kercher im Drogenrausch ermordet zu haben. Knox' 25-jähriger italienischer Ex- Freund Raffaele Sollecito wurde zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Anwälte der Beiden kündigten bereits Berufung an. Es war einer der spektakuläre Indizienprozesse in Italien seit Jahren.

DPA / DPA
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