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Mordprozess: Pistorius wird psychiatrisch untersucht

Angstgestört oder schuldfähig: Der des Mordes verdächtigte Paralympics-Star Oscar Pistorius muss sich psychiatrisch begutachten lassen. Das Ergebnis hat erheblichen Einfluss auf den weiteren Prozess.

Wusste Oscar Pistorius in der Mordnacht, was er tat? Ein psychiatrisches Gutachten soll dies nun klären.

Wusste Oscar Pistorius in der Mordnacht, was er tat? Ein psychiatrisches Gutachten soll dies nun klären.

Der wegen Mordes angeklagte südafrikanische Sprintstar Oscar Pistorius ist zu seiner ersten Untersuchung in einem psychiatrischen Krankenhaus eingetroffen. Der 27-Jährige wurde in einer schwarzen Limousine zum Krankenhaus Westkoppies am Rande der Hauptstadt Pretoria gebracht. An dem Gebäude herrschten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Pistorius erschien zu dem ersten Termin ohne seine Eltern und Freunde, die ihn in stets zu den Gerichtsverhandlungen begleitet hatten.

Untersuchung entscheidet über Schuldfähigkeit

Der beinamputierte Sprinter muss sich wegen der Tötung seiner Freundin Reeva Steenkamp seit dem 3. März vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor, während Pistorius beteuert, Steenkamp für einen Einbrecher gehalten und deshalb auf sie geschossen zu haben. Richterin Thokozile Masipa hatte eine psychiatrische Untersuchung des Angeklagten angeordnet, nachdem ihm eine von der Verteidigung bestellte Psychiaterin eine "allgemeine Angststörung" bescheinigt hatte. Die Untersuchung findet ambulant statt, dazu muss sich Pistorius jeden Werktag in dem Krankenhaus einfinden.

Sollte sich herausstellen, dass der Angeklagte nicht schuldfähig ist, könnte das Verfahren eingestellt werden. Auch eine eingeschränkte Schuldfähigkeit würde das mögliche Strafmaß maßgeblich beeinflussen. Sollten die Experten Pistorius hingegen für voll schuldfähig halten, wäre das ein enormer Rückschlag für seine Verteidiger. Das Verfahren soll am 30. Juni wieder aufgenommen werden.

mod/AFP / AFP