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Mordversuch an Zeugen Jehovas: Rentner muss elf Jahre hinter Gitter

Mit einer Maschinenpistole bewaffnet wollte ein 82-Jähriger einen Gottesdienst der Zeugen Jehovas stürmen und ein Massaker anrichten. Ein technisches Versagen stoppte ihn. Jetzt wurde der Rentner wegen Mordversuchs in 39 Fällen verurteilt.

Für den Mordversuch an einer Zeugen-Jehovas-Gemeinde muss ein 83-Jähriger möglicherweise den Rest seines Lebens hinter Gitter verbringen. Das Landgericht Bielefeld verurteilte den Rentner wegen des Überfalls mit einer Maschinenpistole zu elf Jahren Haft. Ihm wird Mordversuch in 39 Fällen zur Last gelegt.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten sogar versuchten Mord in 81 Fällen vorgeworfen und eine Haftstrafe von zwölf Jahren gefordert. Die Verteidigung bestritt dagegen jede Tötungsabsicht und beantragte lediglich eine Verurteilung wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

39 Schuss geladen

Laut Anklage war der 83-Jährige bei der Tat mit einer Maschinenpistole mit insgesamt 39 Schuss Munition bewaffnet. Dass es am Abend des 30. Juli zu keinem Blutbad kam, war nach Auffassung der Staatsanwaltschaft wohl allein einem technischen Defekt zu verdanken: Dem Mann war es offenbar nicht gelungen, die Waffe durchzuladen.

Motiv für die Tat war offenbar die Entfremdung zwischen dem Täter und seiner Tochter, für die er die Zeugen Jehovas verantwortlich gemacht hatte.

APN, DPA / DPA