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Brutaler Mord: Transsexueller Schauspieler in Moskau zu Tode geprügelt

Sein Wunsch eine Frau zu sein, war so verzweifelt, dass er sich eigenhändig den Penis amputierte. Doch nachdem der russische Schauspieler Ewgenij Sapaew diese Tortur knapp überlebt hatte, wurde ihm ein Besuch in Moskau zum Verhängnis.

Moskau: Ewgenij Sapaew erzählt in einer TV-Talk-Show von seiner eigenhändigen Penis-Imputation

Moskau: Ewgenij Sapaew erzählt in einer TV-Talk-Show von seiner eigenhändigen Penis-Imputation 

Das Drama "Die Sonne, die uns täuscht" gehört zu den Klassikern des zeitgenössischen russischen Kinos. Mit seiner antistalinistischen Parabel feierte der Regissuer Nikita Michalkow 1994 einen der größten Erfolge seines Lebens. 2010 folgte eine Fortsetzung. Der russische Schauspieler Ewgenij Sapaew bekam in dem neuen Film unter dem Titel "Die Sonne, die uns täuscht – Der Exodus" eine Rolle. Es war nur eine Nebenrolle, aber für Sapaew war es der Durchbruch. Den Schauspieler ereilte trotzdem ein tragisches Schicksal. Wie jetzt bekannt geworden ist, wurde der 42-Jährige offenbar von Unbekannten brutal ermordet. Der Grund: seine Transsexualität.

"Einigen Hooligans in hat wohl sein Aussehen nicht gefallen - und er wurde zu Tode geprügelt", erzählte seine Bekannte Julia Busyrewa den russischen Medien. "Sein Körper wurde nicht zurück in seine Heimatstadt gebracht. Sie verscharrten ihn wie einen Obdachlosen. Seine Angehörigen hatten nicht einmal die Chance, von ihm Abschied zu nehmen". Wo sein Grab sei, wisse man immer noch nicht, so Busyrewa.

2014 hatte Sapaew für Aufsehen gesorgt, nachdem er erklärt hatte, sich selbst den Penis entfernt zu haben. "Seit meiner Kindheit wollte ich eine Frau sein", erklärte er damals in einer Sendung des Kanals NTW. "In der Vergangenheit habe ich bereits vier Mal versucht, an mir selbst eine Operation durchzuführen, verlor aber jedes mal den Mut. Dieses Mal war ich jedoch fest entschlossen, nahm eine Menge Schmerztabletten zu mir und schnitt ihn mit einem scharfen Messer ab", berichtete Sapaew über den verzweifelten Schritt. 

Flucht aus Moskau ins Heimatdorf

Geld für einen professionellen Eingriff habe er nicht gehabt. Daher habe er versucht, sich das nötige Wissen mittels Anatomie-Fachbüchern anzueignen. Das genügte natürlich nicht. Nach seiner selbst vorgenommenen Amputation konnte Sapaew die Blutung nicht stillen. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo Ärzte ihm gerade noch das Leben retten konnten.

Nach einer langen Behandlung verließ er Moskau, ging in sein Heimatdorf Welikowo in der Region Wladimir zurück. Seine Nachbarn erzählten, er habe dort als Frau gelebt, habe Frauenkleidung getragen, auffälliges Make-up aufgelegt, sich Nastja nennen lassen. Man habe sich an ihn gewöhnt, aber gemieden. Nach Moskau fuhr Sapaew nur noch selten. Einer seiner wenigen Besuche wurde ihm nun offenbar zum Verhängnis. 

ivi
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