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Motassadeq-Prozesss: Der Angeklagte bricht sein Schweigen

Bislang hat sich Terrorhelfer Mounir al Motassadeq in den Prozessen gegen ihn geschwiegen. Nun, zum Auftakt einer der letzten Verhandlungen, schaltet sich der Marokkaner plötzlich überraschend emotional in seinen Fall ein.

Rund 65 Prozesstage hat er geschwiegen - nun brechen aus dem verurteilten Terrorhelfer Mounir al Motassadeq die Emotionen heraus. Während er sich im zweiten Verfahren vor dem Hamburger Oberlandesgericht (OLG) zu seinen Verstrickungen in die Terroranschläge vom 11. September 2001 nicht äußerte, beteuert er zum Auftakt des dritten Prozesses lautstark, nichts von den Attentätern in USA gewusst zu haben. "Ich schwöre bei Gott, dass ich nicht wusste, was sie machen wollten", ruft Motassadeq durch den Gerichtssaal.

Drittes Verfahren in Hamburg

Für den 32 Jahre alten Marokkaner ist es nach den beiden Prozessen 2002 und 2004 das dritte Verfahren vor dem OLG in Hamburg, das nun nur noch das Strafmaß zu dem vom Bundesgerichtshof gefällten Urteil festlegen muss. Dabei war Motassadeq wegen Beihilfe zum Mord in 246 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung bereits für schuldig befunden worden.

Zum ersten Prozesstag erscheint der ehemalige Student der Elektrotechnik, der seit dem 17. November in Untersuchungshaft sitzt, mit einem langen Vollbart und in einer hellgrauen Fleecejacke. Während am Vormittag seine beiden Verteidiger endlose Anträge zu einer Aussetzung des Verfahrens verlesen, blickt Motassadeq regungslos in den holzgetäfelten Gerichtssaal. Die meiste Zeit stützt er sein Kinn auf eine der beiden Hände, streicht sich nachdenklich durch den Bart und lässt sich die ein oder andere Passage von seinem Dolmetscher erklären.

Zunächst keine Rührung gezeigt

Auch als der Vorsitzende Richter am Nachmittag das Urteil das BGH vorliest, zeigt Motassadeq zunächst keine Rührung. Detailliert ist hierin geschildert, wie Motassadeqs Kontakt zu den Selbstmordpiloten um Mohammed Atta aussah und wie er durch seine Hilfe die Hamburger Terrorzelle unterstützt hat. Kaum einer rechnet damit, dass er die in Aussicht gestellte Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen, nutzt. Doch auf die Frage des Gerichts, ob er etwas zu sagen habe, zieht Motassadeq das vor ihm stehende Mikrofon näher an sich heran. "Ich hab vieles zu sagen", sagt er zunächst noch sehr leise und weist darauf hin, dass er einfache Worte wähle, so wie es sein Deutsch zulasse. "Es sind Behauptungen, so viele Behauptungen und Schlussfolgerungen, die nicht stimmen", sagt Motassadeq unter Hinweis auf das Urteil. Er könne jeden einzelnen Punkt von Anfang an wiederholen, wie er tatsächlich gewesen sei und nicht wie es da stehe.

Plötzlich erhebt er die Stimme, und es bebt durch den Saal, als er fragt: "Kann jemand hier in diesem Saal bei Gott schwören, dass das, was hier steht die Wahrheit ist?" Mit der Hand zeigt er auf das vor ihm auf dem Tisch liegende Dokument und brüllt weiter: "Ich schwöre bei Gott, dass ich nicht wusste, dass die Attentäter in Amerika sind!" Er habe nicht gewusst, was sie machen wollten.

Anschließend wirft er dem Gericht in gedämpfterer Lautstärke vor, dass es die Tatsachen und die Wahrheit nicht hören wolle. Nach dem unerwarteten Ausbruch herrscht für einen kurzen Moment betretenes Schweigen in dem Gerichtssaal, bevor der Vorsitzende Richter Motassadeq Fragen zu seiner derzeitigen persönlichen Situation stellt. Leise und einsilbig antwortet er. Seine Familie - seine Frau, eine Tochter und ein Sohn - leben derzeit bei seinen Eltern in Marokko, seine Frau sei wieder schwanger.

Geld von Verwandten erhalten

Das für sein Leben in Deutschland nötige Geld habe er immer von Verwandten erhalten. Über die Höhe könne er nichts sagen, das habe er nie nachgerechnet. Immer wieder ist sein bewegtes Atmen zu hören. Bereits am Montag muss Motassadeq erneut vor Gericht erscheinen. Nach Angaben des Gerichts ist dann bereits mit den Plädoyers und vielleicht sogar schon mit einem Urteil zu rechnen.

Simone Utler/AP / AP
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(