München-Solln Prügel-Opfer soll Schlägerei begonnen haben


Dominik Brunner, der in München-Solln zu Tode geprügelte Geschäftsmann, soll die Schlägerei begonnen haben. Ein Zeuge berichtet, Brunner habe als erster einem der beiden Jugendlichen ins Gesicht geschlagen.

Der Zeugenaussage zufolge soll Dominik Brunner die Fäuste gehoben, auf die Jugendlichen zugegangen sein und einem von ihnen ins Gesicht geschlagen haben, wie der "Spiegel" berichtet. Brunner habe mindestens ein Jahr lang in einer Boxschule trainiert.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat die Tatverdächtigen im Alter von 18 und 17 Jahren wegen Mordes angeklagt. Kurz nach der tödlichen Schlägerei vom 12. September 2009 hatte die Polizei berichtet, die Jugendlichen seien plötzlich auf die vier Kinder losgegangen, die mit Brunner an der S-Bahn-Station München-Solln ausgestiegen waren. Der 50-jährige Geschäftsmann sei dazwischengegangen. Die Jugendlichen wollten ihn laut Staatsanwaltschaft für seine Einmischung bestrafen.

"Jetzt gibt's hier Ärger"

Nach den nun bekanntgewordenen Zeugenaussagen soll Brunner dem S-Bahn-Fahrer zugerufen haben: "Jetzt gibt’s hier hinten Ärger." Dann habe er zugeschlagen. Der 18-jährige Markus Sch. habe einen Schlüsselbund als Schlagwaffe benutzt, der 17-jährige Sebastian L. ein Feuerzeug in die Faust genommen. Sie boxten und traten ihn demnach auch noch, nachdem er mit dem Kopf gegen ein Metallgeländer geschlagen und zu Boden gefallen war. Erst als die Polizei eintraf, seien die Schläger geflüchtet. Brunner habe sich kurz aufgerichtet und gestöhnt, das sei jetzt aber hart gewesen. Dann sei er zusammengesackt und habe das Bewusstsein verloren.

Der 18-Jährige soll vor der Tat eine halbe Flasche Wodka und fünf Flaschen Bier getrunken haben, der 17-Jährige zwei Flaschen Bier. Sie hatten an der S-Bahn-Haltestelle Donnersbergerbrücke vier Kinder im Alter von 13 bis 15 Jahren belästigt und Geld von ihnen verlangt. Alle stiegen in die Bahn ein. Dort bot Brunner den Kindern Schutz an. Das Landgericht München muss zunächst über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung entscheiden und dann den Prozess terminieren, der voraussichtlich nicht vor April beginnt.

DAPD dapd

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