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Münchner Ex-OB Christian Ude: "Hoeneß konnte Hals nicht vollkriegen"

Münchens Ex-OB Christian Ude hat in einem "Spiegel"-Interview mit Uli Hoeneß abgerechnet. Der Bayern-Patron sei ihm niemals "als Vertreter moralischer Qualitäten aufgefallen".

Gemocht haben sich der ehemalige Münchener Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und der wegen Steuerhinterziehung verurteilte Ex-Bayern-Boss Uli Hoeneß wohl noch nie. Nun hat Ude in einem Interview die Gelegenheit genutzt, ordentlich gegen Hoeneß nachzutreten. Ude sagte dem "Spiegel", Hoeneß sei ihm niemals "als Vertreter moralischer Qualitäten aufgefallen". Vielmehr zeichne Hoeneß sich durch "eine klare, einfache Weltsicht" und ein "typisches Freund-Feind-Denken" aus. "Er hat immer eine große Solidarität und Hilfsbereitschaft für seine Anhänger gezeigt, aber er war auch immer ein Patriarch mit dem Anspruch: Für mein soziales Engagement haben alle dankbar und unterwürfig zu sein. Und wer das nicht ist, der ist mein Feind", sagte Ude dem Nachrichtenmagazin.

Auslöser des Zerwürfnisses zwischen Hoeneß und ihm war laut Ude, dass die Allianz-Arena nicht mit öffentlichen Geldern finanziert werden konnte. "Ursprung ist die blanke Geldgier eines Profifußballvereins, der in Gestalt seines Managers den Hals nicht vollkriegen konnte", sagte Ude dem "Spiegel". Als Oberbürgermeister habe er Hoeneß "in all den Jahren als schärfsten Eintreiber von Steuergeldern erlebt. Nicht für den Fiskus, sondern vom Fiskus. Für den FC Bayern."

Als er von der Höhe erfahren habe, in der Hoeneß Steuern hinterzogen habe, sei Ude "fassungslos" gewesen. "Mir schoss durch den Kopf, wie oft er sich vor Entdeckung seiner Steuerstraftat zur Steuermoral geäußert hatte, und zwar äußerst selbstgerecht", sagte Ude. Warum Ude sich nun noch zur Causa Hoeneß äußern musste, bleibt womöglich sein Geheimnis.

tkr