Munch-Raub Fahndung nach dem "Schrei"


Das weltberühmte Gemälde "Der Schrei" bleibt weiter verschwunden. Die Polizei fahndet nach dem am Sonntag geraubten Kunstwerk und geht von einem Fall von "Artnapping" aus.

Die Räuber der weltberühmten Munch-Gemälde waren trotz einer Großfahndung der norwegischen Polizei weiter auf der Flucht. Auch in der Nacht zum Montag haben massive Polizeikräfte in Norwegen die flüchtigen Räuber gejagt. Alle Grenzübergänge zu den skandinavischen Nachbarländern wurden streng überwacht. Bisher sei noch kein Lösegeld für die unschätzbar wertvollen Bilder gefordert worden, sagte die Polizei in Oslo nach Angaben der norwegischen Nachrichtenagentur NTB.

Die beiden am Sonntag geraubten Gemälde von Edvard Munch, "Der Schrei" und "Madonna", seien gegen Diebstahl nicht versichert gewesen, sagte John Öyaas von der zuständigen Versicherung in Oslo, so die Zeitung weiter. Es wäre zu teuer gewesen, die Bilder seien "unersetzlich", sagte Öyaas. Der Chef des Munch-Museums, Gunnar Sørensen, wollte keine Angaben dazu machen, ob das Museum auf die eventuelle Zahlung einer Lösegeldsumme vorbereitet sei, berichtete das "Oslo Daily Dagbladet" am Montag.

Betreiber des 1963 erbauten Munch-Museums ist die Stadt Oslo. Es beherbergt etwa 1000 Gemälde, 3000 Zeichnungen und 18.000 Drucke. Die Munch-Sammlung war mit 500 Millionen Kronen (60 Millionen Euro) gegen Feuer- oder Wasserschäden versichert, berichtet die Zeitung weiter. Allein der Wert des Bildes "Der Schrei" wird in Oslo auf 450 Millionen Kronen (54 Millionen Euro) geschätzt.

Die Polizei wertete indessen am Montag weiter die Aufnahmen der Überwachungskameras des Museums aus. Sie erhoffen sich Aufschluss über die zwei maskierten Täter, die nach dem bewaffneten Raub am Sonntagvormittag mit einem Helfer in einem schwarzen Audi flüchteten.

Zwei oder drei maskierte Männer drangen gegen 11.00 Uhr in das Museum ein und zwangen Wächter mit vorgehaltener Waffe, sich hinzulegen. Wie der Fernsehsender NRK weiter meldete, brach unter Museumsbesuchern Panik aus, weil sie zunächst an einen Terroranschlag glaubten. Verletzt worden sei bei der Tat niemand. Das Museum wurde geschlossen. Zeugen wollen gesehen haben, wie die Räuber in einem schwarzen Audi flüchteten.

Wenige Stunden vor der Eröffnung der Winterolympiade in Lillehammer war 1994 eine andere Version von "Der Schrei" aus dem Nationalmuseum in Oslo gestohlen worden. Das Bild wurde wiedergefunden. Die Diebe wurden zwei Jahre später zu hohen Strafen verurteilt.

Die jetzt gestohlene Version des Bildes stammt aus dem Jahr 1893. Es gilt als frühes Meisterwerk des Expressionismus. Es zeigt eine Frau mit weit aufgerissenem Mund. Nach Ansicht von Kunstexperten hat das Bild für Oslo die gleiche Bedeutung wie die "Mona Lisa" für Paris.

DPA DPA

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