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Mutmaßliche Al Kaida-Mitglieder festgenommen: Aus für das Trio des Dschihad

Noch ist nicht bekannt, was sie genau planten. Doch soviel lässt sich sagen: Das Terrornetzwerk Al Kaida hatte offenbar drei Männer in Deutschland aktiviert, die Anschläge verüben sollten. Jetzt wurden sie festgenommen.

Von Manuela Pfohl

Nichts. Kein Wort über Abdeladim K. und Jamil S. aus Düsseldorf sowie Ahmed Sh. aus Bochum. Die jüngsten News der "Stimme des Dschihad" vom Freitag berichten über drei Nato-Soldaten, die angeblich bei Gefechten im afghanischen Khost getötet wurden, aber von den drei mutmaßlichen Al Kaida-"Kämpfern", die heute in Deutschland festgenommen wurden, ist keine Rede. Und auch die jüngste Erklärung des "Islamischen Emirats Afghanistan", die anlässlich des 19. Jahrestages des "Sieges der Mudschaheddin" über die Rote Armee und ihre "Marionetten" veröffentlicht wurde, verliert kein Wort über die Drei.

Und dennoch: Es scheint, als sei es den deutschen Ermittlern gelungen, mit der Festnahme des Trios einen geplanten Terroranschlag in Deutschland zu verhindern. Zumindest bei einem der Männer, die am Morgen in Düsseldorf und Bochum verhaftet wurden, soll es sich um eine "engere Kontaktperson" von Al Kaida in Deutschland handeln. Die Dimension des Falls sei vergleichbar mit dem der Sauerland-Gruppe, die im Jahr 2007 festgenommen worden war, berichtete das ZDF. Das klingt, als sei den Ermittlern ein dicker Fisch ins Netz gegangen.

Es kam nicht mehr zum Terrortest

Noch hält sich die zuständige Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit Einzelheiten zu dem Fall bedeckt. Erst am Samstag soll es nähere Informationen geben. Nur soviel scheint nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA klar: Die Bundesanwaltschaft führte seit dem 15. April ein Ermittlungsverfahren gegen die drei Männer, die die deutsche Staatsbürgerschaft haben sollen. Das Bundeskriminalamt sei allerdings schon seit mehr als sieben Monaten an dem Fall dran.

Man habe gewusst, dass die Männer Sprengstoff besaßen. Schließlich hätten die Ermittler zugeschlagen, bevor die drei Verdächtigen aus Nordrhein-Westfalen mit dem Bau einer Bombe beginnen konnten. Einer der Anführer soll in einem Terrorcamp im Ausland ausgebildet worden sein.

Angeblich hatten die Dschihadisten für die Nacht zum Freitag eine Art Testlauf geplant, um die Wirkung des Sprengstoffs zu erproben. Dabei habe es sich aber noch nicht um einen Terrorschlag gehandelt. Zwar wurde der Test verschoben, dennoch entschieden sich die Ermittler für den Zugriff.

Konkrete bevorstehende Gefahr?

Die Bundesanwaltschaft bestätigt das alles nicht, sondern verweist auf die Pressekonferenz am Samstag. Dann wollen der stellvertretende Generalbundesanwalt Rainer Griesbaum und der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, über Einzelheiten informieren.

Die vier Islamisten der Sauerland-Gruppe wollten ebenfalls Terroranschläge in Deutschland verüben. Die Männer waren in einem Terrorcamp im Ausland ausgebildet und auf Autobombenanschläge vorbereitet worden. In Deutschland lebten sie in einer Ferienwohnung im nordrhein-westfälischen Sauerland, wo sie Sprengstoffe herstellen und Bomben bauen wollten. Im September 2007 wurden drei der Männer festgenommen - der vierte Islamist wurde später in der Türkei gefasst. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) erklärt schon jetzt, mit der Festnahme der drei mutmaßlichen Al-Kaida-Mitglieder sei eine "konkrete und bevorstehende Gefahr" abgewehrt worden. Der Vorgang zeige, dass Deutschland nach wie vor im Fadenkreuz internationaler Terroristen stehe. Es gebe Bezüge zu der Terrorwarnung, die der damalige Innenminister Thomas de Maizière (CDU) im November vergangenen Jahres ausgesprochen habe, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. De Maizière hatte vor möglicherweise bevorstehenden Terroranschlägen islamistischer Terroristen in Deutschland gewarnt. Im Februar hatte er die Sicherheitsmaßnahmen wieder herunterfahren lassen, aber zugleich betont, die Gefahr sei noch nicht gebannt.

Welche Rolle Abdeladim K. und Jamil S. aus Düsseldorf sowie Ahmed Sh. aus Bochum im Netzwerk des islamistischen Terrorismus wirklich spielen, werden die Ermittlungen zeigen. Vielleicht berichtet dann ja auch die "Stimme des Dschihad" über sie.

Mit DPA