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Mutmaßlicher deutscher Feuerteufel von Hollywood: Richter setzt Kaution auf 2,8 Millionen Dollar fest

Der junge Deutsche, der in Los Angeles als Serienbrandstifter in Untersuchungshaft sitzt, wird von der Staatsanwaltschaft in 37 Fällen beschuldigt. Ein Richter setzte die Kaution auf 2,85 Millionen Dollar fest.

Nach der tagelangen Serie von Bränden in Los Angeles hat die Staatsanwaltschaft den mutmaßlichen Täter aus Deutschland vorerst in 37 Fällen der Brandstiftung beschuldigt. Bei einem Haftprüfungstermin legte ein Richter am Mittwoch (Ortszeit) für den 24-jährigen Harry B. die Höhe der Kaution auf 2,85 Millionen Dollar (2,2 Millionen Euro) fest. Da er über diese Summe nicht verfügt, bleibt er in Haft.

Die Serie von Brandstiftungen hatten Los Angeles und insbesondere Hollywood um den Jahreswechsel in Atem gehalten. Betroffen waren vor allem Autos, aber auch mehrere Häuser. Insgesamt entstand ein Sachschaden von drei Millionen Dollar (2,3 Millionen Euro). Zwei Menschen wurden leicht verletzt, darunter ein Feuerwehrmann. Harry B. war am Montag festgenommen worden.

Der Deutsche erschien am Mittwoch nur kurz vor Richter Upinder S. Kalra in Los Angeles. Er wirkte bei dem Termin sehr unruhig und stand ständig von seinem Platz auf. Drei Beamte waren nötig, um ihn zur Ruhe zu bringen. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sprach von einer "Terrorkampagne", mit der B. Los Angeles überzogen habe.

Zahl der Vergehen kann sich noch erhöhen

Harry B. würden 28 Mal einfache Brandstiftung und weitere neun Male Brandstiftung an bewohnten Gebäuden vorgeworfen, erklärte der Staatsanwalt von Los Angeles, Steve Cooley. Ihm zufolge kann sich die Zahl der vorgeworfenen Vergehen noch erhöhen, da sie bisher nur wenige von insgesamt 53 Bränden der vergangenen Tage beträfen. "Es werden angemessene Maßnahmen ergriffen, wenn uns neue Beweise vorgelegt werden", erklärte Cooley. Am 24. Januar sollen B. die Vorwürfe bei Gericht offiziell verlesen werden.

Über die Motive des Täters wurde in den US-Medien weiter spekuliert. Demnach könnten sie mit einem laufenden Auslieferungsverfahren gegen sein Mutter zusammenhängen, gegen die wegen Betrugs ein Haftbefehl aus Deutschland vorliegt. Cooley sagte, B. stehe seiner Mutter sehr nahe.

Ermittlungen auch in Hessen

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass gegen Harry B. auch in Hessen Ermittlungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung und schweren Betrug laufen. Hintergrund ist laut der Marburger Staatsanwaltschaft der Brand eines Fachwerkhauses im Schwalm-Eder-Kreis im vergangenen Oktober.

kng/DPA/AFP / DPA